Donnerstag, 30. Juni 2011

Ein Röllchen kommt selten allein

An manchen Tagen kommt man nach der Arbeit nach Hause und hofft auf Post. So richtig altmodisch im Briefumschlag und mit Marke, quasi handgemacht und analog. So schön die virtuelle Welt mit ihren unkomplizierten Kommunikationswegen und äußerst kurzer Wartezeit doch ist, es ist einfach herrlich, gespannt den Briefkasten zu öffnen, ihn gefüllt vorzufinden und dann auch noch keine Rechnung dabeizuhaben. ;)

Da ich sozusagen dafür gesorgt habe, dass dies in dieser Woche der Fall sein müsste, freute ich mich heute, den Hausbriefkasten in wunschgemäßem Zustand vorzufinden. Doch außer dem erwarteten Brief war auch noch ein etwas größerer, sehr unerwarteter Umschlag für mich bestimmt. Ich liebe Überraschungspost! :)


Das kleine braune Päckchen mit dem Zollaufkleber erreichte mich aus der Schweiz, der große weiße Umschlag enthielt etwas, dass mich zu einem erfreuten Lachen brachte und einen improvisierten Hopstanz aufführen ließ. Seht selbst... :)


Liebe Arctopholos, danke für diese tolle und liebevolle Überraschung! :* Izzy maunzt ein ganz dickes Dankeschön samt Pfotentapsern für Leo und Poldi, sie fühlt sich geehrt, dass diese großherzigen Prachtkater ihre Lieblingsleckerchen mit ihr teilen (Anmerkung der Hausherrin: Jungs, ich übe auch schon heimlich auf-dem-Tischset-schweben, wenn das Personal mal wieder Futterverdienen geht - aber verratet es ihr nicht...). Und ich bin sehr gerührt, dass du mich durch die Versorgung mit reichlich Nachschub davor verschonst, beim Nähen unnötig Zeit aufs Fadenauftüdeln zu ver(sch)wenden. Unglaublich!


Dickes Dankeschön! :)

 
...was in dem anderen Brief war? Das verrate ich euch morgen. Kleiner Tipp: es ist total niedlich, es ist rosa, ich bin völlig verliebt in das kleine Teil und ich würde es am liebsten gar nicht mehr ablegen...

Montag, 27. Juni 2011

Einohrschwein

Frisch gefüttert (und damit wieder eine Peperoni weniger ;)) widme ich diesen Post meinen Gedankengängen. Denn was sich in der letzten Stunde hier materialisiert hat, ist ein typisches Beispiel dafür, wie mein Hirn funktioniert. Manchmal jedenfalls. 

Hier also in Kurzform die drei Phasen:

1.) Input (nicht in chronologischer Reihenfolge)

Blog, Community, Stoff, Stoffberge, Knöpfe, mehr Stoff, Bloggerinnen, Farbenmix, Timeless' Motto "nur wer was genäht hat, darf auch was kaufen", Bestellung, Mony, Bemz Gewinnspiel, Stoffprobengröße, Rheinland, Post, Schweine. - Schweine?

...kann mir noch jemand folgen? Fein, dann bitte zu

2.) Putput (Umformung des Gedankenguts in Materialwahl)

DITTE schwarz, Stück ALINA Tagesdecke, zickige Nähmaschine, Bemz Stoffprobe, Farbenmix Webband, Blogeintrag von Timeless, Schnittmuster von Timeless, dankbare Gedanken an Timeless, Früh Kölsch.

Unter erhöhtem Sicherheitsrisiko (wenn man das Reihgarn auf der Nähmaschinenfadenhalterung zwischenlagert, während man von Hand schwarzes Nähgarn auf ein Spülchen wickelt, sollte man sich nicht wundern, wenn das Reihgarn sich unbeobachtet um das Antriebsrad wickelt... Notoperation jedoch noch geglückt - puh, nicht noch kaputter gemacht) erreicht man dann

3.) Output (fertig!)


Wer braucht schon Keinohrhasen und Zweiohrküken, wenn er/sie ein Einohrschwein haben kann? ;)
In diesem Zusammenhang - Mony, hiermit ist deine Frage, für was eine Stoffprobe wohl reicht, beantwortet: für genau ein Ohr! :)

Uuuuund... ich habe es geschafft, für ein Auge gleich zwei Knöpfe zu verbraten! Jetzt dürften es nur noch etwa 950 Knöpfe sein... :D


So, war ich jetzt überzeugend genug, um meine gestrige Stoffbestellung gerechtfertigt zu haben? :o)

Sonntag, 26. Juni 2011

Ganz schön scharf

Pünktlich zum Wochenende-Ende kehrt die Sonne zurück und lädt dazu ein, den Abend auf dem Balkon ausklingen lassen. Kann nicht morgen schon wieder Wochenende sein...?

Mein Duftbalkon entwickelt sich prächtig, die Kräuter wuchern aus den Blumenkästen und die Apfelgeranien-Puffer sind auch nicht mehr unrealistisch. Doch heute habe ich erst einmal ein paar scharfe Schoten geerntet.


"Ein paar" sind heute genau 19 Stück gewesen. Und es werden mehr, die nächsten 6-7 dürften im Laufe der Woche auch wunderschön knallerot aus dem dunkelgrünen Laub hervorblitzen. Die hübschen weissen Blüten versprechen ebenfalls Nachschub.

Was mach' ich bloß mit dieser reichhaltigen Ernte? Mich die nächsten Wochen nur von Pasta mit Chili-Kräuter-Soße zu ernähren klingt nur bedingt nach einer Option. Die Dinger zu trocknen und dann irgendwo reinzubröseln geht auch, ist aber so einfallslos... Habt ihr Ideen für mich? Bitte aber ohne Tier, bin doch bloß Pflanzenfresser... ;)

Donnerstag, 23. Juni 2011

"Los, Fee! Nur noch 15 Sekunden!" - Doch die Losfee hat heute frei...

Liebe Mädels,

erst einmal ganz dickes Dankeschön für eure originellen Ideen, was ihr mit diesem Dings machen würdet. Zu gern würde ich euch allen so ein Dings schicken, um dann hinterher Beweisfotos anzufordern. :D

Aber ob Highlander oder Dingsgewinner - es kann nur eine(n) geben. Den Job der Losfee hat - wie sollte es anders sein - diese bezaubernde Dame bekommen:


Die Pflegerin vom Tierheim bezeichnete sie als "Einzelprinzessin". Und da ich ihr keine Erbse untergeschoben hatte, schlief sie tief und fest. Zeit, um die Auslosung vorzubereiten.

Erst einmal Namen der Teilnehmer auf Karteikärtchen schreiben. Noch schnell prüfen, ob auch niemand vergessen wurde... nein, alle Namen der kreativen Kommentatoren dabei. 


Kärtchen umdrehen, kreuz und quer in Kindergartenart durcheinanderschieben, bis man orientierungslos umherirrt. Dann für die Losfee präparieren. Die Regeln: auf den Kärtchen jeweils ein Lieblings-Leckerli der Einzelprinzessin positionieren, Katze dieses Stilleben entdecken lassen und derjenige, dessen Namen auf dem Kärtchen steht, von dem die Miezekatze als erstes das Leckerli herunternascht, hat gewonnen. 


Soweit der Plan. Bis zum Punkt "Katze Leckerchen entdecken lassen" lief auch noch alles ganz rund...


An dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass ich für euch die Verlosung als Video festhalten wollte. Dabei gab es dann zwei Kleinigkeiten - zum einen kann meine Kamera (der Oldtimer) nur 15-Sekunden-Filme aufnehmen. Zum anderen zeichnen sich diese nicht gerade durch BlueRay-Qualität aus... ach ja, und eine Klitzekleinigkeit hatte ich in meiner Planung auch nicht berücksichtigt: die Losfee ist eine Katze... aber seht selbst!

1. Versuch


Das klappte doch fast gut... jetzt das ganze nochmal bis zur erfolgreichen Vernaschung eines Leckerchens, bitte.

2. Versuch


Ähem... was ist los, kleine Prinzessin? Noch nicht wach?


Doch, definitiv wach! Denn Spielen scheint zu klappen...


Lediglich das zentrale Element dessen, weshalb ich mit der Kamera durch die Wohnung gekrabbelt bin, hat die reizende Dame irgendwie ignoriert.


Sehr beharrlich.


Mit einem "und tschüss" und dem Hinweis, dass sie nicht benutzt werden wolle, um ein Dings zu verlosen, das benutzt wird, verabschiedete sie sich dann endgültig ins Spielzimmer.


Ein wenig frustriert (wenn auch innerlich grinsend - hätte mich sehr gewundert, wenn Miezemaus das getan hätte, worum ich sie gebeten habe) griff ich nach Izzys Teddy - dann darf der halt auslosen.

Finally, I proudly present: the Verlosungsfilm ;)

And the winner is.....


Ganz herzlichen Glückwunsch von Miezekatze und mir! :) Und viel Spaß mit deinem neuen Dings! Izzy hofft solidarisch darauf, dass Leo und Poldi mehr zum Rutschen kommen damit, während ich zu gern sehen möchte, wie du damit Wassermelonen in mundgerechte Hälften teilst! :D

...ach, du willst jetzt auch noch wissen, was und womit? Egal, Hauptsache es wird FLUFFIG! :D


Du bekommst selbstverständlich das originalverpackte Exemplar dieses Milchaufschäumers. Bei dem ich es wirklich schade finde, dass er nicht mehr im Programm ist - nie war Schaumschlagen schöner!

Und für alle anderen: nicht traurig sein, die nächste Verlosung kommt bestimmt. Ich sollte lediglich über ein anderes Auslosungskonzept nachdenken...

Sonntag, 19. Juni 2011

Bügeln als Extremsport (mit happy end)

Dieser Sonntag war ein wirklich produktiver Tag. Ebenfalls auf der Suche nach der Farbrolle (was man im Keller so alles machen kann) warf ich fix eine Stoffrotation der anderen Art an, damit das Material für eventuelle spontane Kreativitätsanfälle nicht dann erst noch gewaschen werden muss. 


Vier der Stoffe durfte ich beim 1. Schwedenschnittchenschürzenjägerinnentreffen völlig entzückt aus dem tollen Beutel ziehen, den Mony für uns genäht und ge-kam-snapt hat. Wurde Zeit, dass ich mich nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die Tasche an sich kümmere. Ab aufs Bügelbrett damit! :)


Dummerweise wehrte sie sich - auch nach minutenlangem Behandeln mit dem Bügeleisen wollte die Folie nicht auf den Stoff. Ich hatte hinterher die faltenlosesten Trockentücher aller Zeiten, doch leider immer noch keine lesbare Botschaft auf der Tasche. Mony, was hab ich nur falsch gemacht? Während du immerhin knibbeln kannst, kann ich noch nicht einmal das? Nicht die Spur von? Schnüff...

Diese geballte Ansammlung von Anregungen (Stoffe auf der Leine, Bügeleisen noch warm, Transferfolie) und mein Wunsch, das kreative Chaos doch mal unter Kontrolle zu bringen, damit ich auch was wiederfinde (siehe Farbrolle) ließ mich dann auf eine völlig irrwitzige Idee kommen. Während ich nach doppelseitigem Klebeband fahndete. Das natürlich nicht auffindbar war. Aber wozu hatte ich denn gestern meine 5 m Vliesofix im Briefkasten...? 
  • Die Mission: Ein Ordner für meine Schnittmuster. Aber bitte nicht so langweilig und bitte direkt von den Papierkramordnern unterscheidbar.
  • Der Plan: Anbringen von Stoff auf Ordner mittels doppelseitigem Klebeband.
  • Das Problem: kein Klebeband zu finden.
  • Das Gute: das ist kein Problem, sondern eine Herausforderung. Und ich liebe Herausforderungen! :D
Und so passierte dann dies:

Vliesofix zuschneiden
auf den Stoff bügeln und zu-roll-schneiden
Papier abziehen
An dieser Stelle höre ich euch schon: Nein, sie hat doch nicht etwa...? Sie wird doch nicht...? - Doch, sie hat!


Warning - vielleicht nicht für kunststoffbeschichtete Ordner geeignet - meiner war aus Pappe! Aber Ordner bügeln geht erstaunlich gut. :D


...und weil es soooo naheliegend war, hab ich dann mit dieser erfolgreichen Technik auch gleich im Rahmen der Taschenrettung weitergemacht (ich sag' nur "5 m Vliesofix"...)... ich bin eben doch eine von ihnen, eine echte...


Happy End! ;)

Mein Sonntag mit dem UFO

Moin! War es nicht herrlich, diese Mischung zwischen Regen, Wind, Sonne und sämtlichen möglichen Kombinationen davon? Ich habe es genossen, hatte ich doch so genug Zeit, ein bisschen herumzuwuseln. 

Der Plan: zwei Schlafzimmerwände streichen, denn pünktlich zum Wochenende war mein neues Wandtattoo angekommen. Und dafür muss erst mal etwas Farbe an die Wände. Also ran an die Farbrolle! - Öh... wo ist denn die bloß? Alles Suchen half nichts, das Röllchen blieb verschwunden, dabei hab ich doch gar nicht so viele Versteckmöglichkeiten. Nun gut, morgen hat der Baumarkt auch wieder auf und langweilig wurde mir nicht...

Ich erklärte den Sonntag kurzentschlossen zum Sonntag des UFO (Un-Finished-Objects). Ein paar dieser herumschwirrenden Projekte hatte ich euch hier ja schon gezeigt. Eins ist fertig geworden... :D


Sämtliche Materialien hatte ich aus einem Markthaus, in dem Gebrauchtmöbel, Second-Hand-Klamotten, Küchenkram, Geschirr und eben auch Stoffe und Wolle aus Wohnungsauflösungen oder Abgaben verkauft und der Erlös für die Diakonie eingesetzt wird. Die Blümchen aus irgendeinem lustigen Material waren mal Serviettenringe... 
Aus diesem Stapel Rohmaterial und einem Paar Stricknadeln in Größe 10 wurde - inspiriert vom Buch "Fix gestrickt mit großen Nadeln" - endlich dieses hier:


Geplant war diese Tasche aus Tweedwolle mal als Geburtstagsgeschenk - rechtzeitig angefangen hatte ich... irgendwann letztes Jahr... ich glaube, ich bin näher am nächsten Geburtstag dran als am letzten. Und werde das Täschchen selbst behalten, wir haben uns schon so aneinander gewöhnt...






Auf der Suche nach der Farbrolle erinnerte ich mich an Timeless Aktion "Freiheit für die Kuscheltiere". Da Izzy ja nun endgültig zur Wohnungskatze erklärt wurde, darf sie an dieser Aktion leider nicht teilnehmen. Oha, das hat sie gehört...


Stattdessen habe ich sie aus ihrer Umzugskiste befreit, meine Begleiterin durch die Kindheit, die von meiner Liebe zu ihr deutliche Spuren davongetragen hat. Alle anderen Tierchen, Bärchen und sonstigen Knuddelviecher habe ich im Laufe der Jahre verschenkt, abgegeben oder in den Stofftierhimmel geschickt - sie darf bleiben und wird notfalls unter Einsatz aller mir verfügbaren Krallen verteidigt. 

May I introduce: her Majesty Misteline


Das alte Mädchen ist in etwa so alt wie ich (glaube ich - ich kann mich jedenfalls nicht mehr an eine Zeit vor ihr erinnern), hat keine Nase mehr, eine fusselige Filzzunge, ein von mir als Kind produziertes und ebenfalls selbst wieder zugenähtes Loch im Kopf (dementsprechend filigran ist es geworden ;)) und ist ziemlich dünngekuschelt. Ihren Namen hat sie damals in Anlehnung an den Nachbarsdackel und vor meiner Kenntnis der englischen Sprache bekommen. Der Dackel der Nachbarn hieß "Mister" - klar, dass die weibliche Form davon "Misteline" ist, oder? ;)


Schönen Sonntag Abend wünsche ich euch! :)




Freitag, 17. Juni 2011

"Ich werde benutzt!" - Wofür? Das möchte ich von euch wissen...

Moin ihr Lieben,

Wochenende, Regenschein, eine weitere Staffel Dr. House wartet darauf, mich beim Tüdeln des Mojo-Konterparts zu begleiten. Es hat mir riesigen Spaß gemacht, mit euch gemeinsam die Nadeln zu schwingen und ein Wollknäuel durch das Anfertigen Tausender Maschen (ich wollte es immer schon mal ausrechnen, habe aber Angst, dass ich dann in eine Strickschockstarre falle) in wohllustiggeformte Socken umzuformen. Vielen lieben Dank dafür! :*

Damit sich nicht noch mehr Unvollendete hier um mich herumtürmen, werde ich mich mal kurz (wirklich nur ganz kurz) in kreative Klausur begeben und mich um Katze, Haushalt und das ein oder andere angefangene Projekt kümmern. Materialnachschub trifft fast täglich ein, ich sollte auch mal was damit machen... ;)

Insofern dachte ich, ich beschäftige euch in der Zwischenzeit mal mit geistig Anspruchsvollem. :D

Dieses Foto hier kennen ein paar von euch ja schon:


Nachdem das Rätsel noch nicht gelöst wurde, hier die Aufgabe für euch:

Habt ihr Lust, euch etwas zu dem "Dings" auszudenken? Dabei geht es gar nicht unbedingt um den echten Namen des Produktes und seinen Sinn und Zweck, sondern von euch eine möglichst überzeugende / kreative / lustige / abgefahrene / erstaunliche / ... Antwort. Etwas in der Richtung "das ist der Ösel, mit dem ich täglich den Tüdel beömmele" - wobei Ösel, Tüdel und beömmeln vielleicht durch allgemeinverständlichere Begriffe ersetzt werden sollten, damit wir auch alle folgen können.

Lasst uns ein bisschen Spaß damit haben, bevor der Gewinner eines originalverpackten Dings ausgelost wird (hallo wach? das ist eine Verlosung! ;)). Die Gewinnchancen sind für alle gleich, eure Ideen werden nicht ge- oder bewertet, denn Spaß an eurem Brainstorming können wir auch alle gleich haben, oder?

Hinterlasst einfach einen (gern auch mehrere) Kommentare mit euren obskuren Gedankengängen zu diesem Dings bis einschließlich nächsten Mittwoch, 22. Juni. Ausgelost wird dann unter allen Kommentatoren, die in meiner Liste der Leser stehen und/oder mein Blog per Email abonniert haben und wohin ich das Dings dann schicken kann, ohne mich in überhöhte Portokosten zu stürzen (Übersee z.B. is' nich' drin). Wer teilnehmen möchte, aber aus irgendwelchen Gründen nicht direkt kommentieren kann, darf mir auch eine Email mit seinem Beitrag schicken, den ich dann entsprechend gekennzeichnet mit eurem Namen für euch einstellen werde.

So denn der Postmann uns hold ist (für eventuelle Verluste auf dem Weg kann ich nicht haften und Ersatz kann ich auch nicht nachliefern) und ich Izzy bis dahin auf eine geeignete Auslosungsmethodik trainieren konnte, wird schätzungsweise am Donnerstag der Gewinner bekanntgegeben.

Viel Spaß uns allen - ich freue mich auf eure Erklärungsversuche! :)

Mittwoch, 15. Juni 2011

Virtuelles Strickkränzchen: Mojo-Socken tüdeln III - ihr seid (fast) Spitze! ;)

Halt, nicht weglaufen - natürlich seid ihr selbstverständlich und ohne Frage superklasse und absolute Spitze, wenn ihr bis hier durchgehalten und euch an der Ferse vorbeigekämpft habt! Damit seid ihr quasi schon fast an der Sockenspitze angekommen und haltet bald schon euren ersten Mojo in den Händen. Ist das keine Aussicht?

Zur Belohnung gibts jetzt was Einfaches: erst einmal wieder über die 4 x 15 Maschen, die ihr hoffentlich immer noch habt, geradeaus in dem von euch gewählten Mojo-Muster für die von euch gewählte Fußgröße! :) Ihr seid also auf der Zielgeraden - aber bitte nicht darüber hinausschießen! ;)


So, und jetzt kommt etwas, worüber sich viele freuen werden - bei der Spitze werden alle Maschen glatt rechts gestrickt! Und nicht nur das, es werden auch weniger! ;) Wenn das kein Anlass für den Turbo ist...

Aaalso: nach der letzten Musterreihe, wann immer ihr auch entschieden habt, dass es genug ist, stricken wir die Abnahmen.

Die Anleitung sagt dieses dazu:
Die zweit- und drittletzte Masche der 1. und 3. Nadel rechts zusammen stricken, die letzte Masche rechts stricken. Die 1. Masche der 2. und 4. Nadel rechts stricken, die 2. Masche rechts abheben, die 3. Masche rechts stricken und die abgehobene Masche darüber ziehen.

Keine Panik, das machen wir jetzt noch mal langsam...
Für die Spitze stellt euch eure Mojo schon mal am Fuß vor - auf der linken und rechten Fußseite werden wir nun schmaler, bis wir uns irgendwann in der Mitte treffen. Insofern verringern wir die Maschenanzahl an den Seiten, während in der Mitte (also oben und unten des Mojo) die Maschen weiter "geradeaus" laufen.
Deshalb zunächst das oben gesagte etwas entzerrter:
  • bei der ersten Nadel (die, die links vom Anfangsfädchen liegt) stricken, bis ihr nur noch 3 Maschen vor euch habt, dann die zweit- und drittletzte Masche gemeinsam stricken (Faden gleichzeitig durch beide Maschen tüdeln). Die letzte Masche ganz normal rechts stricken.
  • bei der zweiten Nadel die erste Masche normal rechts stricken, die zweite Masche abheben (=ungestrickt auf die rechte Nadel tüdeln), die nachfolgende (3.) Masche normal rechts stricken und mit der linken Nadel die ungestrickte 2. Masche über die gestrickte 3. Masche ziehen. Ihr habt dann nur noch die gestrickte 3. Masche auf der Nadel, während die ungestrickte Masche nun die zweite sozusagen unten umarmt. 
  • dieses Prozedere wiederholt ihr jetzt genauso für die dritte und vierte Nadel - dritte Nadel: drittletzte und vorletzte Masche zusammenstricken, vierte Nadel: 2. Masche abheben, 3. stricken, 2. über 3. Masche ziehen. Und schon habt ihr eine Runde geschafft und vier Maschen weniger.
Diesen Vorgang machen wir nun gestaffelt:
  • nach der ersten Abnehmrunde strickt ihr drei Runden glatt rechts ohne weitere Abnahme
  • dann wieder eine Abnehmrunde wie oben, danach zwei Runden glatt rechts ohne Abnahme - dieses macht ihr 2x
  • dann wieder eine Abnehmrunde, danach eine Runde glatt rechts ohne Abnahme - das bitte 3x wiederholen
  • in jeder folgenden Runde dürft ihr dann in jeder Runde abnehmen, bis ihr nur noch 2 Maschen auf jeder Nadel habt. Wenn ihr an dem Punkt angelangt seid, an dem ihr noch 3 Maschen pro Nadel habt, gilt: bei der ersten und dritten Nadel die 1.+2. Masche zusammenstricken, bei der zweiten und vierten die erste Masche stricken, die zweite abheben, die dritte stricken und die zweite überziehen.
Hurra, jetzt bloß keine Nadel verlieren, sondern zur Stopfnadel greifen, den Wollfaden in geeigneter Länge abschneiden und durchs Nadelöhr tüdeln. Und dann die verbleibenden 8 Maschen mit der Stopfnadel auf den Faden ziehen und zusammentüdeln. Bei mir sieht das dann in etwa so aus:

Hier habe ich noch 8 Maschen - auf jeder Nadel zwei

Ich tüdele in Strickrichtung die Stopfnadel durch die Maschen einer Nadel und ziehe sicherheitshalber den Faden schon mal durch, bevor ich die Stricknadel herausziehe.

Habe ich die acht Maschen sicher auf dem Faden, zubbele ich die schon mal etwas zusammen, damit auch keine Masche mehr abhaut, stecke die Stopfnadel durch das verbleibende Loch nach innen und drehe die Socke auf links...

...wo ich dann beherzt endgültig zuziehe und nur noch den Faden sicher verknoten und vernähen muss! :)
Wenn man dann das Kunstwerk wieder auf die rechte Seite zieht, sieht man auch, warum es Bandspitze heisst.


Und schon.... habt ihr eure eigene echte Mojo in Händen! :)


...und jetzt das ganze Prozedere noch einmal, nur anders herum. ;) - Aber erst einmal:

SICH FREUEN UND EIN SOCKENFREUDENTÄNZCHEN AUFFÜHREN! :)

Ich bin sehr, sehr stolz auf euch! :*


Dienstag, 14. Juni 2011

Virtuelles Strickkränzchen: Mojo-Socken tüdeln II - Jojo für Mojo

Und hier geht es weiter mit Teil II:

Jojo für Mojo

Wie schön, dass meine Lieblingsferse nicht nur Bumerangferse, sondern alternativ auch Jojo-Ferse genannt wird - das passt so prima. :D
Zwei Ringel fertig, nun wird es ernst - ich stricke erst einmal aufatmend 1 Reihe rechte Maschen. Nun trennen sich die 5-Nadler von den 6-Nadlern. Wer 6 Nadeln zur Verfügung hat, dreht noch eine weitere Runde glatt rechts bis zum Ende der ersten Nadel. Das ist die, die links vom Ausgangsfaden am Bündchen ist, wenn ihr das Ding mit den Nadeln nach oben vor euch liegen habt). Die 5-Nadler stricken ebenfalls diese Runde glatt rechts, stricken dabei aber die Maschen der zweiten und dritten Nadel mit einer Nadel ab, so dass diese hinterher auf einer Nadel liegen. Diese Maschen haben Pause und dürfen ein wenig ruhen. Wer mag, sichert die Nadelenden dieser einen (5-Nadler) oder der 2 Nadeln (6-Nadler) mit irgend etwas Geeignetem, damit die Maschen diesen unbeobachteten Augenblick nicht zur Flucht nutzen - und hilft sich selbst damit, den Überblick über die Nadeln zu behalten - denn damit könnt ihr nun mal nicht weiterstricken. ;)

Jetzt wird es ernst - ich mache euch nichts vor, ein bisschen konzentrieren muss man sich schon. Also den spannenden Krimi vielleicht doch mal wegschalten (ich hab mich gestern beim Hörbuch ein bisschen vertüdelt, ich gestehe). Und alles, was nun folgt, habe ich aus der Anleitung von LANA GROSSA - schaut ruhig gern auch mal dort hinein, es ist super erklärt (finde ich). Ein paar Fotos habe ich aber auch für euch gemacht...

Wir haben eben nach der zweiten Runde auch noch die Maschen der ersten Nadel (und damit die erste Hinreihe der Ferse, die über die 4. und 1. Nadel gearbeitet wird) gestrickt. Jetzt machen wir etwas ganz Innovatives und wenden die Socke - nein, nicht auf links drehen, sondern das Strickwerk um 180° um die ... äh... naja so, als ob ihr sozusagen eine Rückreihe stricken wollt. Denn das wollen wir. Die nun folgende 2. Reihe beginnt mit einer doppelten Masche. Die Anleitung von LANA GROSSA sagt (und das zitiere ich hier nur): 
  • 1. Reihe (Hinreihe): Alle Maschen der 4. und 1. Nadel rechts stricken, wenden (haben wir schon gemacht).
  • 2. Reihe (Rückreihe): Mit einer doppelten Masche beginnen. Hierfür den Faden vor die Arbeit legen, von rechts nach links in die 1. Masche einstechen, Masche und Faden zusammen abheben und den Faden fest nach hinten ziehen. Die Masche wird dabei über die Nadel gezogen und liegt nun doppelt. Wird der Faden nicht fest genug angezogen, entstehen später Löcher. Die übrigen Maschen wie gewohnt links stricken, einschließlich der letzten Masche der 4. Nadel, wenden.
Alles klar?  Hier mal in Nahansicht:

Faden vor Nadel legen und von rechts nach links in die 1. Masche einstechen

Masche und Faden zusammen abheben und den Faden fest nach hinten ziehen
die Masche liegt nun doppelt
Zur Klärung - nein, die Masche wird in diesem Fall nicht gestrickt, sondern quasi nur auf die andere Seite gewuselt. Und das mit dem "fest anziehen" ist wirklich wörtlich zu nehmen. Keine Angst, ihr müsst sie nachher nicht als zwei Maschen oder so etwas abstricken, insofern - nicht die Nadeln zerbrechen, aber ruhig mal ordentlich am Faden rucken. 

Noch etwas: die nun 30 Maschen, die wir gerade in Bearbeitung haben, können und sollten an dieser Stelle von 2 auf 3 Nadeln umverteilt werden - je Nadel 10 Maschen. Warum das Sinn macht, seht ihr auf dem Foto weiter unten. Und es erleichtert das Zählen der doppelten Maschen, die man schon angefertigt hat.

Und weiter...

  • 3. Reihe (Hinreihe): Eine doppelte Masche arbeiten. Dann alle Maschen rechts stricken, die doppelte Masche am Ende der Reihe der 1. Nadel bleibt ungestrickt, wenden.
  • 4. Reihe (Rückreihe): Eine doppelte Masche arbeiten. Dann alle Maschen links stricken, die doppelte Masche am Ende der Reihe der 4. Nadel bleibt ungestrickt, wenden. Die 3. und 4. Reihe wiederholen, bis an jeder Seite 10 doppelte und in der Mitte 10 einfache Maschen liegen. Die letzte Reihe ist eine Hinreihe [...ausatmen!].  (Zur Sicherheit noch mal die Quelle: diese Anleitung für die Jojo-Ferse habe ich wortwörtlich von LANA GROSSA übernommen - damit keine Missverständnisse aufkommen, ich hätte fremdes Wortlauteigentum irgendwo geklaut, ohne es zu kennzeichnen. Ich mag diese Anleitung. Ich stricke seit Jahren nach dieser Anleitung. Ich finde die Anleitung toll! Danke, LANA GROSSA!)
Und wenn ihr das unfallfrei über die Bühne gebracht habt, sieht es in etwa so aus:


Allgemeine Tipps aus meiner Erfahrung: auch hier bei der Fersenstrickerei wieder darauf achten, dass die Maschen nicht zu locker werden - besonders am Rand der Nadeln und bei den Maschen, die den doppelten Maschen folgen.


Jetzt habt ihr euch ein Päuschen verdient! Und dafür dürft ihr nun den zweiten Teil des letzten Satzes oben ausleben, den ich euch vorenthalten habe:

  • [...] und gleichzeitig der Beginn von zwei Runden, die über alle Maschen gestrickt werden, die Maschen der 2. und 3. Nadel im Grundmuster (also bei uns in diesem Fall glatt rechts), die Maschen der 4. und 1. Nadel (die momentan auf 3 Nadeln verteilt sind) glatt rechts stricken (macht zusammen... ja, zwei Runden rechte Maschen! ;)). Dabei in der 1. Runde bei den doppelten Maschen beide Maschenteile gleichzeitig erfassen und rechts zusammen stricken.
 Also quasi die doppelte Masche behandeln wie eine ganz gewöhnliche Masche. Hab davon gestern kein Foto gemacht, aber das kann ich ja im weiteren Verlauf nachholen, denn
  • Nach diesen zwei Runden werden wieder verkürzte Reihen mit doppelten Maschen gestrickt, jedoch diesmal von innen nach außen.
Und das geht laut LANA GROSSA so:

  • 1. Reihe (Hinreihe): Die Fersenmaschen der ersten beiden Drittel (20 Maschen) rechts stricken,wenden.
  • 2. Reihe (Rückreihe): Eine doppelte Masche arbeiten. Bis einschließlich der letzten Masche des mittleren Drittels links stricken, wenden.
  • 3. Reihe (Hinreihe): Eine doppelte Masche arbeiten. Bis zur doppelten Masche der Vorreihe rechts stricken, diese wie beschrieben rechts zusammen stricken, die folgende Masche rechts stricken, wenden.
  • 4. Reihe (Rückreihe): Eine doppelte Masche arbeiten. Bis zur doppelten Masche der Vorreihe links stricken, diese wie beschrieben links zusammen stricken, die folgende Masche links stricken, wenden. 
  • Die 3. und 4. Reihe wiederholen, bis an jeder Seite 10 doppelte Maschen gestrickt wurden. Die letzte Reihe ist eine Hinreihe und gleichzeitig der Beginn der 1. Runde des Fußteils.

Wir arbeiten uns jetzt quasi an der linken und rechten Nadel wieder hinunter, bis wir die vor sich hin faulenzende 2. und 3. Nadel wieder erreichen. Und vergesst das mit den Fotos der doppelten Masche - damit hätte ich euch nur verwirrt (hab selbst erst einmal auf das Foto gestarrt... nee, das lassen wir mal).

Dafür gibts hier ein paar Bilder von meiner persönlichen Fersenmaschenwiederumverteilung:


Beim zweiten Teil der Ferse stricke ich mich ja quasi durch das Arbeiten der doppelten Masche und der nachfolgenden Masche an den Nadeln "herunter" wieder bis zum Ausgangspunkt. Bei den ersten Reihen nehme ich diese Maschen noch mit auf die mittlere Nadel - ich habe dann dort also mehr als 10 Maschen, dafür wirds bei den anderen weniger. Irgendwann wird mir das zu gefährlich und das Umgreifen zu lästig - die Rutschgefahr steigt mit jeder Masche weniger auf den Außennadeln...
 
So beginne ich, wenn ich nur noch etwa 5 Nadeln auf der äußeren Nadel habe, nach dem Wenden mit dieser Nadel (hier der rechten) die Maschen der mittleren Nadel abzustricken - normalerweise würde ich die gerade leergestrickte Nadel dafür nehmen. Hier hatte ich noch 5 Maschen auf der rechten Nadel und habe 10 Maschen von der mittleren Nadel dazu abgestrickt - der Pfeil rechts zeigt irgendwo dahin, wo die doppelte Masche nun ist (die ja ansonsten als erstes auf meiner Nadel liegen würde). Für den zweiten Teil der mittleren Nadel benutze ich dann die "leere" Nadel und stricke nach Plan bis zur doppelten Masche auf der linken Seite (grüner Pfeil), stricke diese rechts ab, stricke auch die Masche danach noch (gestrichelter Pfeil) und wende das Ganze (alles wie gehabt)...


So, hier siehe oben, nur einmal gewendet. Hier gehe ich dann analog vor und stricke mit der nicht-leeren nun rechts liegenden Nadel einfach wieder von der mittleren Nadel ab, bis ich auch auf dieser 15 Maschen habe (rechter grüner Pfeil zeigt wieder die Lage der doppelten Masche an). In der Theorie sollte es anzahlmäßig wieder aufgehen... ;) Dann stricke ich wie eben weiter bis zur doppelten Masche auf der linken Seite, stricke diese hier links ab, nehme die nächste noch mit und wende...


 ...und freue mich, dass ich wieder nur noch vier Nadeln habe. Ich muss lediglich daran denken, immer die doppelte Masche mitzunehmen und eine darüber hinauszustricken, dann aber abzubremsen und zu wenden. Und schon (normalerweise brauche ich für die komplette Ferse etwa eine Stunde - mit Fotografieren dauert es etwas länger...) bin ich wieder bei Nadel Nummer 2 und 3 angekommen. :)


Und auch, wenn man es nicht glauben mag - es sieht tatsächlich "fersig" aus, oder? :D

Hier noch mal, weil es so schön ist...


So, und weil ich das so toll gemacht habe, darf ich jetzt noch eine Runde glatt rechts stricken (weil ich für meine "rechten" Ringel insgesamt 5 Runden haben darf, zwei zu Beginn der Ferse und zwei in der Mitte der Ferse davon "verbraucht" habe, bleibt noch eine übrig). Und dann folgt nur erst einmal wieder die Entspannungs-Ku(e)r...  :)

Ihr seht schon an der Masse des Textes, so eine kleine Ferse ist ein bisschen anspruchsvoller als der Rest. Aber wenn man da mal dran vorbei ist, darf man seeeehr stolz auf sich sein! :)


Für eventuelle Verfeinerungen: man kann auch schon 1-2 cm vor der Ferse auf der 4. und 1. Nadel nur glatt rechts stricken und das gewählte Muster nur auf der 2. und 3. Nadel entsprechend weiterführen, dann ist die Ferse etwas ausgeprägter - hier auf dem Bild kann man ganz gut erkennen, was ich meine. Ist aber bei Mojos, wie ich finde, Geschmackssache und mir nicht wichtig - ich will lieber die Ringel komplett haben. Diese gestalterischen Freiheiten liegen ganz bei euch... ;)


Und als Ermutigung, zum Ansporn und ein bisschen zum Schmunzeln: Nach einer Weile fällt es einem anscheinend so leicht, die Ferse zu stricken, dass man gar nicht mehr damit aufhören kann... schaut bei Sockentrolls Wollreich mal das dritte Foto an, sie hat es nicht nur aus Versehen geschafft, gleich zwei Bumerangse hintereinander zu stricken, sie hat es auch sehr humorvoll gepostet und lässt uns alle daran teilhaben. Vielen lieben Dank, Sockentroll, das tröstet und macht Mut. :)


Fragen? Immer her damit! Ansonsten: weiter zu Teil III! :)

Montag, 13. Juni 2011

Virtuelles Strickkränzchen: Mojo-Socken tüdeln I - The beginning

Da unsere individuellen Timeless-Tüdel-Taschen nun fertig sind (sofern es die jeweiligen Nähmaschinen zugelassen haben), gibt es ab heute den nächsten virtuellen Workshop - Mojo-Socken tüdeln. Es mag vielleicht etwas ungewöhnlich sein, im Juni warme Fußbekleidung anzufertigen, aber zum einen gibt es auch kühle Sommerabende, zum anderen kommt der nächste Winter und die Frage nach Weihnachtsgeschenken schneller, als wir Mojorojosoßensockentüdelei sagen können. Wer mag, darf gern mitstricken. Wer sich weigert, darf hinterher nicht meckern - oder hinterherstricken. ;)

Und für alle, die sich das Spiel mit den Nadeln so gar nicht zutrauen, ein kleiner Trost oder Alternativvorschlag: vielleicht kann ich mit etwas Glück ja auch eine "externe" Expertin gewinnen, demnächst einen Sockenhäkeltüdelkurs mit uns zu machen...?

Aber erst einmal back to the Mojos. Wir brauchen:


  • etwa 100 g Sockenwolle - ich habe mich für den Crazy Zauberball von Schoppel in der Farbzusammenstellung Flussbett entschieden. Die Wolle hat auf 100 g eine Lauflänge von 420 m und reicht laut Herstellerangabe für ein Paar Socken in Größe 44. Ganz so groß wurden meine letzten Mojos nicht, aber durch die Ringel zogen sie sich etwas zusammen. Wer Sorge hat, dass das Material nicht ausreicht, kann eventuell den Schaft etwas kürzer stricken. Aber das sehen wir dann...
  • ein Nadelspiel mit mindestens 5, optional auch 6 Nadeln. Die sechste ist sehr praktisch, aber kein Muss, ihr müsst also nicht panisch die Schaschlikspieße aus den Rouladen reissen. Die Stärke der Nadeln nach Angabe auf eurem Wolletikett und eurer individuellen Strickweise wählen - bei mir ist Stärke 2-3 angegeben, ich habe mich für 2,5 mm entschieden, weil ich diese tollen Holznadeln testen möchte.
  • ein Sofa, einen Balkon oder einen anderen gemütlichen Platz, an dem es ihr euch kuschelig einrichtet
  • eventuell etwas Betüdelung in Form von Musik, Filmen oder sonstigen Medien, je nach Lust und Laune. Meine ersten Mojos fertigte ich während der ersten Staffel Dr. House, jetzt muss ich warten, bis meine Chefin aus dem Urlaub zurück ist und mich mit Nachschub versorgt. Für heute fand sich noch ein Hörspiel - Abend gerettet.
  • Später noch ein Maßband (FRED ist hervorragend dafür) und eine Stopfnadel zum Vernähen der Fäden.
Alles bereitgelegt? Dann los! :)

The beginning

Aller Anfang ist schwer - und so freue ich mich, dass bisher eine Freiwillige für das Abenteuer bereit ist. :)
Gemütlich machen, sich den Anfang vom Wollknäuel suchen und erst einmal Maschen anschlagen. Die Theorie von einer Maschenprobe und den Sinn und Zweck kenne ich - habe ich bei Socken aber noch nie benötigt. Egal welche Wolle ich wann auch immer verwendet habe, mit meinem Grund-Sockenrezept bin ich immer hingekommen. Also spare zumindest ich mir die Maschenprobe und starte gleich durch:

Auf 4 Nadeln jeweils 15 Maschen anschlagen = 60 Maschen

Natürlich schön nacheinander - denn jedes Strickteil startet mit der ersten Masche...


Wie man eindeutig sieht, habe ich den Kreuzanschlag gewählt. Warum? Der wurde mir als Kind beigebracht, ganz einfach. Es gibt auch noch einen anderen Anschlag, der anscheinend viel einfacher ist. Deshalb vertüdel ich mich dabei wahrscheinlich auch immer... (im Alter lernt man nicht mehr so schnell... :D). 
An dieser Stelle habe ich auch schnell gemerkt, dass ich mit einem Wollknäuel und zwei Nadeln in den Händen meine Aufnahmekapazität erreicht habe - deshalb keine weiteren Aufnahmen von meinen Aufnahmen (hey, was für ein Wortspiel!). Eine bebilderte Anleitung fürs Aufnehmen gibt es beispielsweise hier oder hier.
Nach diesem lustigen Mikado mit Wolle sollte es in etwa so aussehen:


Nicht zu fest anschlagen, sonst gibts abgeschnürte Beine - zu lose und es labbert ein bisschen. Aber ihr bekommt das schon hin... Nun gibt es zwei Möglichkeiten - entweder das Ding so wie es ist an die Decke hängen und als modern art Mobile bezeichnen oder mit der Quadratur des Kreises weitermachen.


Die Nadeln zum "Kreis" legen, dabei den Rand auf allen vier Nadeln nach innen ausrichten und eventuelle Verdreher zurechtzupfen. Wenn ihr nochmal aufs Klo müsst, dann jetzt... sonst geht es weiter - Nadeln in die Hand nehmen, das lose Fadenende gegebenenfalls während der ersten paar Maschen auch noch um einen freien Finger wickeln, damit er nicht abhaut, der Schlingel, und mutig die erste Masche stricken.
Die Mojos werden mit unterschiedlichem Muster gestrickt, ich habe mich für diesen Workshop für das Bündchenmuster als Startvariante entschieden. Nicht stöhnen - alle Maschen links in der ersten Reihe finde ich noch viel entmutigender... seid tapfer, die erste Reihe ist die Schlimmste, danach wird es besser. Und wenn ihr die Nadel, von der ihr gerade die Maschen abstrickt, über die anderen Nadeln legt, lassen sich die anderen drei gerade nicht benötigten Nadeln ganz gut ignorieren.

Bündchenmuster: 2 rechts, 2 links (und nach Möglichkeit keine fallen lassen)

Wenn ihr wieder an eurem Ausgangsfaden angekommen seid, dürft ihr euch innerlich beglückwünschen - ihr habt das Schlimmste hinter euch! Ich bin so stolz auf euch! :)


Wenn ihr wie ich jeweils 15 Maschen pro Nadel habt, habt ihr bei der ersten Nadel die ersten beiden Maschen rechts gestrickt, bei der zweiten Nadel die erste Masche links, bei der dritten Nadel sind die ersten zwei linke Maschen und bei der vierten Nadel ist die erste eine rechte Masche. Alles klar? Ihr könnt auch umverteilen (z.B. 14 und 16 Maschen), falls euch das lieber ist oder zum Überblick behalten leichter fällt. Aber ein paar Reihen später sieht man es ja schon gut.


Noch ein Tipp am Rande bzw. für die Randmaschen: Besonders am Anfang neigt man dazu, die Anfangs- und Endmaschen einer Nadel mit einem erleichterten "Puh" zu stricken und dabei ein bisschen nachlässiger zu sein. Außerdem ist hier durch die Nadeltüdeleien einiges an Bewegung. Wenn die Maschen zu locker werden, gibts später "Löcher" an den vier Seiten. Also ein bisschen aufpassen, dass auch die Randmaschen nicht weniger streng erzogen werden als der Rest der Reihe.

So, und damit lasse ich euch jetzt für insgesamt 20 Runden alleine, einfach im Bündchenmuster und immer "geradeaus" weiterstricken. Viel Erfolg! :)

A sock goes Mojo - der Schaft


Angekommen? Wenn es bei euch in etwa so aussieht, seid stolz auf euch - ihr habt die ersten 1200 Maschen hinter euch! Zeit für eine Runde räkeln (nein, nicht häkeln - das kommt im nächsten Workshop).
Fragt ihr euch bisher, ob dieses Söckchen nicht zu eng wird, kommt jetzt das Gegenargument - die Ringel.

Hierfür werden die nächsten 5 Runden links gestrickt. War es bisher nicht wichtig, ob ihr rechts und links unterscheiden könnt, wäre es hier von Vorteil. Als Hilfestellung: linke Maschen sind die, die man sieht, wenn man einen handelsüblichen glattgestrickten Wollpullover auf links zieht - also die welligen Dinger. ;) Das sieht dann so aus:


Nicht jammern und stöhnen - links stricken gehört auch nicht zu meinen Favoriten. Aber dafür gibts jetzt die Belohnungsrunden: 5 Reihen rechte Maschen. :)


Und weil es so schön war, ringeln wir jetzt lustig weiter - und links...


Wie man hier ganz gut sieht, "verschwinden" die rechten Maschen fast vollständig im Eifer des Geringels. Insgesamt machen wir das jetzt so lange, bis wir vier linksgestrickte Ringel mit drei rechtsgestrickten abgetauchten Ringeln dazwischen haben. Von der Länge her dürften die vier zusammengeringelten Ringel grob die gleichen Maße haben wie die 20 Reihen Bündchenmuster. Bei mir passte es beim letzten Mojo gut und macht das Stricken des zweiten Mojos bzw. die Musterverteilung einfacher. Wer mehr oder weniger Ringel mag, darf natürlich so viele Runden drehen, wie gewünscht - wir sind hier beim Mojostricken und nicht im Amt. ;)

So in etwa könnte es dann zum Beispiel aussehen:



Auch sehr lustig finde ich den Blick von oben. Noch ein Blick Richtung Miezekatze...


Schläft noch. Ich könnte mich jedes Mal scheckig lachen, wenn im Schlaf ihr Eckzähnchen hervorblitzt. Momentan träumt sie etwas ganz arg Aufregendes...

Bevor ich weiterstricke und weitere 20 Runden im Bündchenmuster hinzufüge, kümmere ich mich ein bisschen um meinen Haushalt... oder doch nicht? Wenn ich die Wahl habe zwischen Haushaltskram und Sockentüdeln, wie fällt die Wahl da wohl aus? Richtig... :D


So, neuer Tag, neues Glück! :) Und wie schön, eine weitere Mittüdlerin - gerade richtig, denn wir nähern uns dem Höhepunkt. ;) Aber vorerst habe ich gestern abend noch ein bisschen weitergetüdelt und zwei weitere Ringelreihen hinzugefügt.


Dies ist aber ein bisschen eine Frage des persönlichen Geschmacks und kommt auch ein wenig darauf an, auf wie großem Fuß ihr lebt. Ich versuche das mal am Beispiel meines letzten Mojos zu erläutern:




Hier links im Bild ist die Socke, an der wir gerade herumstricken. Wie ihr seht, habe ich an der Ferse einen Ringel über der Ferse und drei nach der Ferse. Den Abschluss vor der Spitze bilden ebenfalls drei Ringel. Für das aktuelle Paar habe ich mich entschieden, jeweils zwei Ringel vor und nach der Ferse zu stricken und dafür - da das Muster dann sozusagen hochrutscht - an der Spitze vier Ringel zu haben. Dies bedeutet für mich bei der rechten Socke, dass ich entsprechend beim Bündchenmuster die Maschen vor und nach der Ferse anders verteile und auch vor der Spitze einen "vollständigen" Satz Bündchenreihen mit 20 Maschen habe - bei der Frischfisch-Socke oben waren es 15 Maschen. Das ganze geht für mich so auf, weil ich die gleiche Wolle verwende und die Socken in der gleichen Größe stricke (ich Egoistin ;) ) - also (Achtung, Outing) Größe 42. Da bei den Mojos die Länge des Fußes durch die Ringel ein bisschen variabel ist, kommt es nicht ganz so darauf an - wie ihr bei meinen Tragefotos vielleicht gesehen habt, dehnen sich bei mir die Ringel am Fuß etwas auseinander. Insofern passen sie bestimmt auch "zusammengeringelt" bei Größe 41 auch noch.

Wenn ihr auf deutlich kleinerem Fuß lebt, könnt ihr euch überlegen, ob ihr die Ringel umverteilt oder ggf. weniger herumringelt. Dabei auch schon an den nächsten Socken denken, bei dem das Muster genau umgekehrt ist. Achtung, die Reihenanzahl ist bei Ringelmuster und Bündchenmuster nicht gleich - bei mir entspricht zusammengeringeltes Ringelmuster mit vier Ringeln (und somit insgesamt 7 x 5 Runden = 35 Runden) längenmäßig in etwa den 20 Runden Bündchenmuster. Entsprechend lässt sich das Gegenmuster leicht anpassen.


Vielleicht messt ihr mal ein bisschen an eurem schon Gestrickten herum oder überlegt in etwa, wie es hinhauen könnte. Hier auch besonders für Judie (Willkommen bei unserem Strickkränzchen :) ): ich habe irgendwann die Bumerangferse für mich entdeckt und stricke seitdem nur noch diese. So auch hier. Manche mögen die Käppchenferse lieber, aber ich finde, sie sieht nicht so schick aus und vertüdeln kann man sich dabei genauso. Und am Ende gibts die Bandspitze (auch wenn die Sternchenspitze den hübscheren Namen hat - ich mag die Bandspitze von der Passform her lieber).


Tabellen mit cm-Maßen für Fußlängen und Maschenanzahlen finden sich reichlich im Internet, ich habe vor Jahren diese Anleitung von LANA GROSSA für mich entdeckt und halte mich seitdem bei Ferse und Spitze daran. Dort gibts die Anleitung auch als pdf, dort ist hinten auch ein Tabellenwerk mit Maßangaben drin. Wenn wir gemeinsam für eure Socken überlegen sollen, wie die Aufteilung passen könnte, sagt Bescheid! :)



Also - ich ringelte noch zwei linke Ringel und war dann bereit für den eigentlich fummeligsten Teil des Mojos.

Der Übersichtlichkeit halber findet ihr ihn in Teil II - Jojo für Mojo! :)