Mittwoch, 31. August 2011

Coming up next... (work in progress)


Das erste Probeobjekt wurde vorgestern fertiggestellt und heute unter realen Bedingungen getestet. Nun kann es richtig losgehen... :)

Dienstag, 30. August 2011

"Hailo Azur, was machst du auf Gunvor?"

"Och, ein bisschen das Kabel baumeln lassen und Dampf ablassen..." wäre die korrekte Antwort. 
Zu kryptisch? Dann schaut mal...


Mein erstes selbstgekauftes Bügeleisen. :D Das alte war zwar von, aber nach nun 12 Jahren nicht mehr der HIT und gehört seit Sonntag ja nun definitiv und endgültig zum alten Eisen (oder ins Alteisen?). Ohne Bügeleisen war ich hilflos aufgeschmissen - nein, nicht wegen eines nicht zu bewältigenden Stapels Bügelwäsche, sondern wegen akuter Tüdellust und drohendem Nähtefrust. Insofern habe ich gestern meine Mittagspause dazu genutzt, den Einzelhandel zu bereichern. 

Meine Liebäugelei mit einer Dampfbügelstation wurde vor Ort spontan aufgrund des hohen Kosten- und Platzfaktors auf unbestimmte Zeit ("wenn ich mal ein Haus und vier Kinder habe") vertagt. Die Wahl zwischen meinen zwei favorisierten "normalen" Dampfbügeleisen fiel - nein, nicht aufgrund der Farbe, auch wenn das bei dieser Farbe und mir durchaus zu vermuten wäre - aufgrund der spitzen Spitze und der luxuriösen Kabellänge von 3 m dann auf dieses hier: sagt "hallo" zu Azur. :)

Erste Testläufe gestern resultierten in entzücktem Lächeln, Azurs Arbeitsunterlage aber eher zu einem Stirnrunzeln. Wie ihr am Sonntag vielleicht schon bemängeln wolltet, ist mein von der Schwester abgetretenes Hailo-Bügelbrett zwar total stabil, aber der Bezug bestimmt ähnlich alt wie mein ehemaliges Bügeleisen. Neu kaufen? Prima - besonders, da dieses Brett natürlich Sondermaße hat und handelsübliche Stoffläppchen nicht passen. Original-Ersatzbezug? Für den Preis bekomme ich ein ganzes Bügelbrett... :O Und die dicke wattefleeceähnliche Auflage unter dem alubeschichteten Stoff - die ist doch noch total prima und völlig fleckenfrei?

Also schnell ein paar Meter GUNVOR (von Mony heldenhaft erbeutet - nochmal dankeschön! :*) gewaschen und trocknen lassen, in der Zwischenzeit die IDEAL geölt, dann GUNVOR mittels alter-Bezug-Schablone zugeschnitten, versäubert (aufmerksame Leser sollten bei diesem Punkt stutzig werden :D), rundherum Tunnel genäht, Band von altem Bezug in neuen Bezug gezogen, übergezogen, zugezogen - sitzt! 

Und so sitzt jetzt Azur auf Gunvor und sagt Hailo. Kann also weitergehen... :)

Sonntag, 28. August 2011

Der Killerhase hat wieder zugeschlagen - unfreiwillige Tüdelpause

Vor dem Gemeinen Killerhasen wurde bereits gewarnt - er schlägt ohne Vorwarnung zu und vernichtet z.B. Nähmaschinen. Heute hat er auch mich erwischt. Trotz aller Präventionsmaßnahmen (Anschaffung einer Zweitnähmaschine) konnte ich mich nicht ausreichend vor ihm schützen - er war gründlich und gnadenlos. Das Tierchen lernt dazu und hat sein Beuteschema erweitert: auf Bügeleisen. 

Die Folgen des Killerhasen-Angriffs: ein ausgelaufenes Bügeleisen (nicht im Bild)
Die Folgen sind kathastrophal - ohne Bügeleisen kann ich nicht nähen! :O Dabei hatte ich doch schon alles bereitgelegt und freute mich auf die Verarbeitung dieser farbenfrohen Stöffchen...

Stoffauswahl - teilweise gebügelt

Ich bin zutiefst betrübt - auch wenn ich bereits die Anschaffung einer Dampfbügelstation in Erwägung gezogen hatte, ereilte mich dieser Vorfall völlig unvorbereitet und lässt mich hilflos zurück.

...falls mich jemand sucht: ich bin im Online-Auktionshaus...

Hier kommt die Maus - heute: von Maus-Keksen und Schokoglasur

Samstag am Spätnachmittag, draußen 12°C und Sonnen-Platzregen-Mix, drinnen tönte eine leise Stimme aus dem Küchenschrank...

"Mir ist langweilig!"
"...äh.... bitte?"
"Mir ist sooo langweilig.... holst du mich raus?"
"...???"

Ich grub beim vermuteten Ursprung dieser Äußerung ein wenig herum und sah etwas Orangefarbenes an mir vorbeihuschen...


"Was machen wir jetzt? Wollen wir Kekse backen? Ich hab da zufällig mal was vorbereitet..."


Wie praktisch, dass die kleine Maus gleich ihre komplette Backmischung und das Ausstechförmchen im Schlepptau hatte. Na gut, der Stoff für mein eigentliches Vorhaben drehte sowieso noch in der Waschmaschine seine Runden, dann schauen wir mal, was die kleine Maus und ich gemeinsam hinbekommen...

"Nein, wirklich, ein Backofen ist nicht der richtige Ort für kleine orangefarbene Plastikmäuse - 
du musst jetzt runter vom Blech!"
Dieser Teil ging noch relativ schnell, dann folgten die Feinarbeiten. Und eins muss man uns lassen - nach dem Bepinseln mit zähflüssiger Puderzuckerglasur hatten wir eine kleine Ansammlung individueller Charaktere. :D

Dieses Exemplar winkt zwar fleissig mit den anderen mit, scheint sich aber noch zu fragen warum - und ob es das überhaupt gut finden soll.

Dieses Mäuschen sieht aus, als hätte es ordentlich einen über den Durst getrunken und grinst nun verschmitzt - trotz schon leicht schiefem Blick.





Insgesamt war es eine lustige Bastelei, die technisch prima geklappt hat. Was den ästhetischen Anspruch betrifft - die Dinger werden schnellstmöglich weggenascht. ;) Die nächsten Kekse lehne ich dekomäßig wieder an das Niveau kann-man-auch-mit-Kindern-backen an... :D

"Das war toll - und was machen wir jetzt?" 
"Das... siehst du bald- nach der nächsten Maus :)" 


Freitag, 26. August 2011

Rahmen gibt's bei Ikea - oder bei Mutter :)


Meine Reaktion "der bleibt aber erstmal liegen, ich hab was Spannenderes" stieß auf etwas Irritation - extra für dich, liebste Arctopholos, die Erklärung:

Der Postmann hatte nicht nur einen, sondern zwei Umschläge für mich (im Gegensatz zum üblichen "ich habe heute keinen Umschlag für dich").

Der erste enthielt - genau, den neuen Ikea-Katalog 2012!


Und der zweite... ist das Resultat einer Anfrage von Mittwoch Abend: "Mutter, hast du eigentlich noch einen Stickrahmen?" - Mutter hatte, tütete ihn ein und schickte ihn gestern auf die Reise zu mir. Und Mutter wäre nicht Mutter, wenn der Umschlag nicht noch etwas anderes enthalten hätte...


Dickes Dankeschön, liebste Mutter!

...und nein, das sind keine Frikadellen!!! Das sind Wüstenkekse (total lecker, mit Datteln, Banane, Zimt,...) - selbstgebacken von Mutter. Und sobald ich die Kekse weggenascht habe, werde ich mich dem Stickrahmen widmen, ich hab da nämlich eine Idee... :D

Let the Tüdelei begin! :)

Donnerstag, 25. August 2011

Last minute Mitbringsel: Apfelgelee mit Calvados (Theorie und Praxis)

Wer mich kennt, spricht mich morgens nicht an, sondern reicht mir maximal einen großen Pott Kaffee und zieht sich vorsichtig wieder zurück. Mir vor dem zweiten Pott Kaffee feste Nahrung anzubieten ist grob fahrlässig. Frühstück? Benennt es um in Spätvormittagsstück und ich bin dabei (ein Hoch auf die Erfindung des Brunch)!

Wenn es aber mal so weit ist und ich genügend Kaffee hinter mir und noch reichlich Zeit vor mir habe (Hallo Wochenende!), freue ich mich, wenn ich Mutters Apfelgelee aufs Brot streichen kann. Und ihr könnt das auch... wenn ihr dem Herstellungsprozess folgt:

Schritt 1: Zutatenauswahl


Die Theorie: Mutter nimmt Apfelsaft aus Äpfeln von Streuobstwiesen, der herrlich aromatisch und intensiv apfelig schmeckt - kein Vergleich zur Zuckerwassereinheitsflüssigkeit, die in den meisten Tetrapacks daherkommt. Mit etwas Zimt und Calvados aromatisiert - herrlich!

Die Praxis: Hier gabs aber keinen frisch von Streuobstwiesen gemolkenen Apfelsaft. Zumindest nicht im Umkreis von einem Tagesritt. Wahrscheinlich kenne ich mich einfach nur noch nicht gut genug aus. Ich hab mich redlich bemüht und habe zur B(io)-Ware gegriffen. Dennoch, meine Suche geht weiter...
Für alles Apfelige habe ich ein Lieblingsgewürz: Delifrut. Wer es nicht kennt, möge sich hier mal durch die Zutatenliste lesen und sich dann ans Reformhaus seines Vertrauens wenden. Lecker! Ob das wohl auch ins Apfelgelee passt?

Schritt 2: Zubereitung


Die Theorie: An die Mengenangaben auf dem gewählten Zucker halten und nach Packungsanleitung zubereiten: ein paar Minuten kochen lassen, Gelierprobe, fertig!

Die Praxis: Gebt einer ausgebildeten Laborantin und promovierten Naturwissenschaftlerin Mengenangaben mit der Maßeinheit "etwa, ungefähr", lehnt euch zurück und wartet ab, was passiert... ich habe a) verschiedene Mengenverhältnisse berechnet, b) grafisch dargestellt, c) eine Gauß'sche Glockenverteilung angenommen, d) die Ergebnisse statistisch überprüft, e) Ausreißer eliminiert, f) das arithmetische Mittel zur Modellierung der Gelinggarantie verwendet und g) in Abhängigkeit der Höhenlage die optimale Siededauer berechnet. 
Naja, ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber ich war doch ein wenig angespannt, ob das wohl was wird... bei meinem Versuch nahm ich für die 500 g 2:1 Zucker ETWA 800 ml Apfelsaft, einen Schubs (3-5 Fingertipper auf die Dose und einen Extra-Schüttler) Delifrut und dann... den Telefonhörer. "Mutter, wie viel Calvados kommt ins Apfelgelee?" - "och... in etwa (waaaah!) ein gutes Schnapsglas voll." - Mist, ich hab kein Schnapsglas! :O Likörgläschen tuts auch? Aber wieviel passt da wohl rein? Und wie voll ist dann gut voll? Und wie schmeckt das Zeug überhaupt pur? Mal probieren... puha, ok, danke - ich will Schokolade!

Praktischerweise hat während dieses Entscheidungsprozesses das restliche Kochgut schon mal angefangen zu köcheln und man wird ganz rührselig. Meinen Kurzzeitmesser aus dem Labor habe ich immer noch, so stellte ich ab Herumsprudeln im Topf 3 Minuten ein - "mindestens". Schon wieder so eine Zeitangabe... 

Gelierprobe - die Theorie: ganz einfach: auf einen kalten Teller ein bisschen Gelee tropfen und beobachten, ob es erstarrt und geleeartig aussieht.

Die Praxis: hmmm... 3 Minuten sind um... aber auf der Packung steht "mindestens"... ich warte lieber noch ein bisschen... so, jetzt... wie lange dauert es denn wohl, bis der Tropfen kalt ist? Mal fühlen... oh, noch nicht... jetzt vielleicht? ...ist das jetzt schon gelierkalt oder erst handwarm? Und wie geleeartig will ich es haben? Und wird das nachher vielleicht wieder flüssiger und läuft vom Brot? - WAAAAAH! - Zum Glück vergeht bei diesen Überlegungen mindestens eine weitere Minute, so dass das Gelee auf jeden Fall fest werden sollte - wenn vorher nicht, dann jetzt bestimmt! ;)

Schritt 3: Abfüllen


Die Theorie: Mittels eines breiten Trichters die vorbereiteten und heiß ausgespülten sauberen Gläser bist knapp unter den Rand befüllen, fest verschließen und für 5 Minuten auf den Kopf stellen.

Die Praxis: Ich hab keinen Trichter... ich schaff' das auch so irgendwie... muss ja... Suppenkelle vielleicht? Fast gar nicht gekleckert! :) Noch die Ränder säubern und zuschrauben... aua, heiß! Und auf den Kopf stellen... sind die Gläser auch wirklich dicht? sind die Gläser auch wirklich, wirklich dicht? Läuft da was aus? Sind sie auch ganz bestimmt wirklich ganz ehrlich absolut dicht? 

... würde der Calvados pur nicht so schnapsig schmecken, wäre ich spätestens da so weit gewesen, mich selbst ebenfalls abzufüllen - es sollte doch unbedingt etwas werden, denn ich wollte es am nächsten Tag verschenken. Etwas mehr Gelassenheit hätte mir definitiv gut getan... 

Zum Glück kam danach etwas, bei dem ich mich deutlich sicherer fühlte:

Schritt 4: Dekorieren und Verschenken


Die Theorie: Aus Zeitgründen nur die Schnellvariante: Serviette über den Deckel, mit Band festtüdeln, Etikett dranbamseln. Fertig! 

Die Praxis: Siehe Theorie - da stimmte es dann überein. Endlich!

...und ja, es ist sogar etwas geworden, nämlich Gelee und lecker - form follows function! :-) Allerdings - mit Streuobstwiesenaroma ist es noch leckerer. Definitiv!


...und sobald ich mich von diesem Küchenkrimi erholt habe, backe ich auch das Brot dazu...

Dienstag, 23. August 2011

Mach's gut, Loriot - und grüß' die Evelyn!

Was machen wir nun ohne Sie, Herr von Bülow? Dank Ihnen wird meine Ente mit niemandem das Wasser teilen, ich denke über eine Fortbildung nach, denn "dann hab ich was Eigenes", mein Name ist Daisy, ich kaufe hier ein, und die Rezeptsammlung für Birne Helene bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Nie habe ich ein so umfangreiches Gespräch über Mädchen verfolgt, das keine Fragen offen ließ, wie in "Pappa ante portas". Und als Naturwissenschaftlerin habe ich selbstverständlich ausführlich das Dasein der gemeinen Steinlaus studiert, die in keiner Semesterabschlussvorlesung unerwähnt blieb.


Wie tröstlich, dass Evelyn wahrscheinlich geduldig auf dem Sofa wartet und die feinsinnigen Dialoge für immer fortgesetzt werden können.


Gute Reise!

Montag, 22. August 2011

Nach-Urlaubs-Modus

"Daisy, wann schreibst du denn mal wieder einen Post?" - diese Frage erreichte mich heute per Telefon. Ich bekenne mich schuldig, seit meinem Urlaub bin ich fast jeden Abend unterwegs gewesen und bin als beruflicher Schreibtischtäter nach 8 Stunden Monitorstarren abends etwas rechnerscheu geworden. Was mich ebenfalls seit dem Urlaub verfolgt, ist ein unbändiger Bewegungsdrang. Eine Woche lang den gesamten Tag draußen an der frischen (nassen) Luft unterwegs - und dann wieder im Büro sitzen? Nennt mich Zappelphilippine, aber ich kann nicht mehr sitzen!

So schulde ich euch immer noch die Urlaubsbilder (die - versprochen - nachgereicht werden). Nachdem ich jedoch heute am Abend ein Telefonat beendete mit dem Hinweis "ich will noch aufs Rad, bevor es dunkel wird" und dies aufgrund des Fehlens jedes akuten Zweckes (in etwa: Einkaufen? Klopapier alle? Nein?? Warum dann???) etwas irritiert aufgenommen wurde, habe ich kurzentschlossen die Kamera mitgenommen. Denn im Nach-Urlaubs-Modus, wenn die Sinne noch frisch und frei sind und noch nicht abgestumpft vom "muss zur Arbeit - gääähn" am Morgen bzw. "will nach Hause - gääähn" am Abend, man unwillkürlich noch die Umgebung mit Urlaubsaugen wahrnimmt, kann man in seiner Umgebung spannende Entdeckungen machen. Bei meiner Runde auf dem Rad war das heute zum Beispiel dieses...

In meiner Gegend habe ich den Luxus, gut ausgebaute Radwege in Hülle und Fülle vorzufinden. Hier zum Beispiel idyllisch von Grillenzirpen begleitet am Bach entlang. Da kann man fast die Bundesstraße vergessen, die gleich hinter der Böschung entlangführt... ;)

...aber auch die Straßenränder sind hübsch anzuschauen. Die Artenvielfalt ist nicht zu unterschätzen - und ich mag es, wenn es keine kleinrasierten Grünstreifen, sondern blühende Kleinode sind, die man erst auf dem Rad richtig wahrnimmt.

Ebenfalls erst bei meiner heutigen Radtour entdeckt habe ich dieses Objekt - ich habe noch keine Ahnung, was es mir sagen will, aber ich bin wild entschlossen, es herauszufinden. Was macht der Typ mit dem Dings da auf der Leiter? :O

Mein Weg führte mich heute mal wieder einem Feld mit den Blumen zum Selbstpflücken vorbei. Diese Felder gibt es so ziemlich überall, ich freue mich jedes Mal darüber...

...und habe mir auch gleich von den unzähligen Sonnenblumen ein Exemplar selbst gepflückt (und natürlich selbst bezahlt). Die Auswahl war gar nicht leicht, aber dieses Blümchen schien besonders freundlich mit den Blättchen zu winken und erfreut mich gerade mit seinem Anblick auf dem Esstisch. :)

Frei nach Simon & Garfunkel habe ich ihren Rat "take the long way home" befolgt und noch einen Abstecher zum Badesee gemacht. Das Ufer leerte sich langsam, dennoch habe ich aus Rücksicht auf die noch Liegenden nur einen kleinen Teil fotografiert. Und denke vorsichtig an, morgen nach der Arbeit auch mal hineinzuhüpfen.

Auch abgestorbene (abgesägte) Baumstämme bergen noch Potential für Leben in sich - dieser hier beherbergt zartes Grün (und Zeichen der Zivilisation in Form eines Zigarettenfilters).

Und als wäre es noch nicht genug, sagte mir der Tag auf diese wunderschön anzuschauende Weise, dass er zur Neige geht. Schon spannend, wie nah Industrie und Natur sich manchmal sind...

Ich hoffe, dass ich mir eine Art "Urlaubsblick" in den Alltag retten kann. In jeder Umgebung finden sich unzählige kleine besondere Momentaufnahmen, die nur wahrgenommen werden können, wenn man daür offen ist und mit den Gedanken nicht schon beim Einkauf, dem Abendessen und zu erledigendem Papierkram weilt. Ich habe meine Radtour genossen... und was gibt es bei euch zu entdecken?

Liebe Grüße
daisy

Sonntag, 14. August 2011

Moin! - Back from Baltrum

Moin Jungs und Deerns,

da bin ich wieder - zurück von meinem Sommerurlaub auf der kleinsten der ostfriesischen Inseln. Es war sooo schön!


Bilder und Bericht bekommt ihr bald, heute schaue ich mir aber nur noch mal die Fotos an und lasse den Urlaub ausklingen und nachwirken. Ab morgen bin ich dann auch sehr gespannt, was ihr in der Zwischenzeit alles ohne mich angestellt habt... ;)

Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche! :)

Mittwoch, 3. August 2011

Tüdel-Urlaub

Moin ihr Lieben,

bald ist es so weit, ich packe meine Tasche (eine der vielen ;)) und werde in den Urlaub starten. Bis es losgeht, habe ich noch ein bisschen zu tun (Izzys Liste ist länger als meine :O), deshalb möchte ich mich jetzt schon einmal vorübergehend von euch aus der virtuellen Welt verabschieden. Am 15. August bin ich zurück und jetzt schon gespannt, was ihr bis dahin alles gepostet und ich verpasst habe. :) Ihr werdet mir fehlen...


Damit euch nicht langweilig wird, habe ich noch einen Link zu einem Gewinnspiel für euch. So wie es aussieht, erfordert die Teilnahme ein bisschen Herumgeklicke (ich habe bisher nicht teilgenommen, deshalb auch keine Ahnung, was man sich dafür alles anschauen muss), aber in der weiten virtuellen Welt bewegt ihr euch ja alle sehr sicher, ich mache mir da überhaupt keine Sorgen. ;) Viel Glück! :)

Bis bald,
liebe Grüße
daisy


Montag, 1. August 2011

Tüdel-Tutorial: Japanische Knotentasche (Verflixt & zugenäht)

Nachdem meine Frage "wie viele Taschen braucht frau wirklich?" mit "Taschen kann man nie genug haben" beantwortet wurde, gibts hier zur Abwechslung mal wieder eine Tasche. Es war keine Absicht, ehrlich! Für den Fall, dass ihr noch nicht genug vom Taschentüdeln habt, hab ich aber auch brav Fotos gemacht und damit meine ungeplante Taschentüdelei sozusagen freigesprochen...

Eigentlich fing alles ganz harmlos an. Einen Schreibtisch für mein Spaßzimmer hatte ich beim Online-Auktionshaus ergattert. Den wollte ich nur aufstellen - eine Stunde später hatte ich die komplette Wohnung auf den Kopf gestellt und ein sehr vollständiges Chaos veranstaltet. Auf der Suche nach Anregungen für einen praktischen und gleichzeitig vielleicht auch noch dekorativen Arbeitsplatz landete ich bei Verflixt und zugenäht. Das habe ich mir auch beim Nähen an einer bestimmten Stelle gedacht, aber dazu kommen wir später. Mein Mausklick führte mich auf die Anleitung für eine japanische Knotentasche - und es war um mich geschehen. Die will-ich-auch-nähen-Reflexe setzten ein, die ich-sollte-erst-mal-aufräumen-Vernunft setzte ebenso aus. Ich erwischte mich mit glänzenden Augen vor meinem Stoffschrank, denn für diese Tasche kam nur ein Stoff sofort in Frage - der mit den Japan-Girls. Dazu noch ein bisschen Ditte rot und Ditte weiß, ein Stückchen Vliesofix... geht los! :)


Auf der genannten Website gibt es eine Anleitung für die Tasche, dem bin ich brav gefolgt. Ebenso ist dort das Schnittmuster zu erhalten. Das habe ich mir abgezeichnet (ein Hoch auf die Schneidmatte, so geht es ganz schnell ganz gerade) und dann nach Anleitung die Teile zugeschnitten. Wichtig dabei: die Kästchen beim Schnittmuster entsprechen 2 cm. Ebenso wichtig: die Teile müssen gegengleich zugeschnitten werden - das gilt dann logischerweise auch für das Vliesofix.


Zusätzlich zu dem Innen- und Außenstoff habe ich noch einen weiteren Stoff verwendet, den ich zur Stabilisierung mit Vliesofix auf die Rückseite des Außenstoffes gebügelt habe. Timeless hat es vorgemacht, ich habe diese Idee gern übernommen.


Alle Teile zugeschnitten, dann folgte ich den Anweisungen und nähte die Seiten bis zu den Markierungen zusammen. Danach folgte das, was ich nicht so wirklich mag: das Runde muss ans Gerade - also der Taschenboden an die Tasche. Und das sowohl für Innen- als auch Außentasche. Puh... hat da jemand einen guten Trick? Ich markiere mir mindestens Viertelkreise an sämtlichen Teilen, dann stecke ich diese Markierungen schon mal zusammen und tüdel dann den Rest irgendwie mit Stecknadeln hin. Das sieht dann am Ende bei mir grundsätzlich so aus:


Diese seltsamen Gewächse einmal unter der Nähmaschine durchjagen, danach Stecknadeln aus Stoff und Fingern wieder entfernen. Weiter ging es mit dem Zusammenführen der Taschenteile. Verflixt und zugenäht sieht diese Schritte vor:
  • Stecken Sie die äußere Tasche in die Futtertasche.
  • Rechte Stoffseiten liegen aufeinander.
  • Nähen Sie Taschenaußenseite und Futter zusammen. Lassen Sie die Trägerenden offen. Siehe Abb. 3 --> auf diese sei wärmstens verwiesen:
  • Quelle: Verflixt & zugenäht
  • Lassen Sie außerdem bei einem kurzen Träger etwas mehr an der Seite zum Wenden offen.


Nach etwas Nachdenken habe ich verstanden, wie ich die Teile ineinanderstecken muss. Abenteuerlich war es dennoch, aber ich riskierte es und nähte brav wie angegeben.


Denkt ihr bei dem Bild auch an eine bestimmte Gießkanne vom Schweden? Jetzt kam der immer wieder spannende Moment: Wenden in drei Zügen.


Soweit war es wie immer - eine sehr schreckliche Schrecksekunde hatte ich allerdings doch. Denn nach dem Finden und Wenden je eines kurzen und eines langen Trägerteils war ich der festen Überzeugung, dass ich etwas falsch zusammengenäht hatte. Sollten das nicht eigentlich jeweils zwei Trägerteile jeder Sorte sein? Hektisches Rumwühlen - ach ja, doch, da sind sie ja! Puh, Glück gehabt...


...da hätte ich dieses Objekt glatt umarmen können (wenn es nicht aussehen würde, als hätte es seinen Kopf gerade in der Schneidmatte vergraben). Stattdessen schaute ich, was die Anleitung weiter für mich bereithielt:
  • Legen Sie die langen Träger mit den Stoffaußenseiten rechts auf rechts.
  • Nähen Sie die Träger an den Stoffaußenseiten zusammen. Das ist etwas pfriemelig, aber es geht. (Abb. 5 )
  • Bügeln Sie die Nahtzugaben auseinander.
  • Bügeln Sie die Nahtzugaben der Trägerenden aus Futterstoff nach innen. (Abb. 6)
  • Nähen Sie den Futterstoff der Trägerenden mit Handstichen zu.
  • Verfahren Sie ebenso mit den kurzen Trägern. Nähen Sie dort auch den offen gelassenen Teil zum Wenden mit Handstichen zu.
Halt!!!! Stop!!!! Wenn irgend jemandem eine andere Methode einfällt, wie man die Träger zusammennähen kann, ohne sich dabei so ziemlich alles abzubrechen, sei er meiner ewigen Dankbarkeit gewiss! "das ist etwas pfriemelig" halte ich für eine absolute Untertreibung. Oder ich bin zu grobmotorisch (was allerdings in meiner Laborkarriere nicht den Anschein hatte). An dieser Stelle wäre ich aber über hilfreiche Hinweise sehr dankbar, wie man das auch ohne lautes "Verflixt & zugenäht" und eleganter hinbekommt.

Nach langem Fummeln, Fuckeln und Fluchen hatte ich sie dann aber irgendwie zusammenbekommen, die Träger. Nach Anleitung war ich nun fertig (oh ja, das war ich - ach ja, die Tasche eigentlich auch). Da ich aber Ziernähte bzw. Absteppen an den Kanten gern mag, habe ich um die frisch gebügelten Ränder noch eine Naht gezogen. Hierbei habe ich einen cremefarbenen Oberfaden und einen roten Unterfaden verwendet. Anscheinend habe ich die Fadenspannung nicht optimal eingestellt - aber den Effekt finde ich total hübsch.


Deutlich entspannter war ich wieder versöhnt und betrachtete mein jüngstes Täschchen endlich mal genauer. Es bot mir diesen Anblick:


Und diesen:


Und durfte dann probehalber ein Plaid aufnehmen, damit ich das testen konnte, warum ich diese Tasche überhaupt ganz unbedingt nähen wollte: den japanischen Knoten.
Taschenverschlüsse sind ja gern mal eine langwierige Frage - hier wird einfach der lange Träger durch den kurzen Träger gezogen und schon schließt die Tasche selbsttätig.
 

Fertig! :)