Montag, 7. Mai 2012

"Den Mast umarmen" - Yoga im Seilgarten

Weil ihr so lieb "bitte" gesagt habt, hier ein paar weitere Impressionen vom Tag im Seilgarten. Aus Rücksicht auf weitere anwesende Personen, die vielleicht nicht ungefragt ihr Konterfei im Internet präsentieren möchten, enthalte ich euch einige der tollen Fotos vor (die logischerweise nicht ich gemacht habe, sondern eine meiner Theater-Kolleginnen an uns alle gesendet hat). Dennoch - es sollte für einen vertiefenden Eindruck von einem erlebnisreichen Abenteuer reichen...

Dies sind sie, die Klettergurte, in denen wir am Nachmittag in den lustigsten Positionen abgehangen haben. Doch zunächst...
...gab es spaßige Gruppenaufgaben zum Aufwärmen. Hier "Rettet das Moorhuhn". Die Schwierigkeit: für 14 Personen gab es sechs Bretter. Logisch, dass man den Boden nicht berühren durfte, oder? Als eingespieltes Theater-Team haben wir diese Aufgabe jedoch bravourös und im ersten Anlauf gelöst. Bretter kennen wir von der Bühne - und es sieht von hinten auch ein bisschen aus wie Verbeugen... insofern - Heimvorteil?

Doch es gab keinen Aufschub - ab in die Gurte, Sicherheitseinweisung und hoch mit uns. Hier noch mit Kletterwand und reichlich Griffen zum Festhalten.

Nach Bezwingen der Wand ging es dann den ersten Mast hoch. Auch hier gab es noch reichlich Material zum Festhalten... allerdings nicht mehr lange...

"Umarme den Mast" war explizit NICHT die Anweisung, die zu dieser Station gehörte. Und so lieb ich das Stück Massivholz auch in diesem Augenblick hatte und mich definitiv fragte, warum um alles in der Welt ich auf die Idee gekommen bin, mich freiwillig in 12 m Höhe auf ein Brettchen zu stellen (das ihr vom letzten Post schon kennt)...

... I dit it!

Danach: einfach einen Schritt ins Nichts machen (uaaaaah!) und einfach mal Abhängen und Baumeln lassen... und könntet ihr mein Gesicht sehen, würdet ihr pure Erleichterung, ein bisschen Stolz und ganz viel Freude sehen.

Nach dieser ersten großen Überwindung warteten weitere Varianten auf uns - ein Drahtseil unter den Füßen, ein paar Seilstücke zum Festhalten hangelten wir uns von Ast zu Ast bzw. eher von Mast zu Mast. Jedes Mal wieder waren wir ein bisschen "größer", sobald wir uns abseilen ließen und festen Boden unter den Füßen spürten, empfangen von begeisterten/aufgeregten/stolzen Mit-Machern.

Von unten sah das dann in etwa so aus.

Als Abschluss dieses aufregenden Tages gab es noch diesen hier: Den Mast. Unbeirrbar stand er da, kein Drahtseil, kein Balken, kein waagerechter Zugang - einfach nur ein Mast. "Wir sollen doch nicht...?" - Doch.

Und wir taten es. Nämlich Hochklettern und Runterspringen. Der erste Teil funktionierte ganz gut, doch irgendwann war der Mast zu Ende - und dann wurde es ... nervenkitzelig? Einige wenige meiner Mit-Mutigen haben es tatsächlich geschafft und sich oben auf diesem winzig erscheinenden Querschnitt aufgerichtet. Ich habe mich für die sitzende Variante entschieden - nicht zuletzt, weil in diesem Augenblick die Luftfeuchtigkeit schlagartig zunahm... sehr stark zunahm...

...ein letzter Sprung, ein letzter Schrei, ein letztes Mal sanft vom Seil abgebremst werden - und dann schnell vor dem Wolkenbruch fliehen und unterstellen. Müde, aufgekratzt, glücklich und mit dem festen Vorsatz, beim nächsten Mal auch die letzte persönliche Hürde zu nehmen. Wir kommen wieder... :)


Kommentare:

  1. Woooowww, das sieht nach bergeweise Mutproben aus! Ich bin stolz auf dich!!! :D

    Ich selbst bekomme schon feuchte Hände, wenn ich mir nur die Bilder anschaue .... :o)

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  2. Mir geht es so wie Arcto. Meine Finger bleiben schon auf den Tasten kleben....
    Alle Achtung vor Deiner Leistung. Ich hätte gekniffen ..

    LG
    Silke

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  3. Hut ab, liebe Daisy - mir war schon beim Bilder ansehen schwindelig, vor allem beim Bild "I did it"....Mensch, ist das hoch!

    You did it :)

    LG aus Berlin

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  4. Ich habe schon Höhenangst beim Zusehen! Hut ab! ;)

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  5. Egal bei welchem Wetter - das ist echt ´ne Leistung!
    Und von unten sieht es ja lange nicht so hoch aus wie von oben (weiß ich noch vom Dreimeterturm :-) )
    Der Fotograf ist wohl nicht mitgeklettert, dass er noch so ruhige Hände hatte!

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  6. Danke euch! Aber ganz ehrlich - traut euch mal, wenn ihr an so einem Ding vorbeikommt. Ich hab auf dem Balken (ihr wisst schon, an den Mast kuscheln und so) gestanden, gezittert, hektisch geatmet und überlegt, ob ich doch lieber wieder runterklettern soll. Einer meiner Theaterkollegen sagte vorher "auf dem Boden ist das ganz einfach, hier ist nur ein bisschen Luft dazwischen". Daran habe ich mich erinnert - und aufs Seil und die Sicherung am Boden vertraut. Und auf mich. Und damit nach 20 Jahren endlich das geschafft, was ich "damals" schon mal versucht und abgebrochen hatte. Ein tolles Gefühl!

    Judie, nein, die Fotografin ist am Boden geblieben und hat uns lieber angefeuert. :)

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