Dienstag, 4. Dezember 2012

Dezentrales Nähkränzchen mit Valomea - Woche 5: die Rahmenhandlung

Dienstag, Berichterstattung beim Dezentralen Nähkränzchen mit Valomea und Startschuss für die Tätigkeiten für 

Woche 5: Rahmen und Rückseite anfertigen (Reißverschluss / Knopfleiste / ...)

Was gleichzeitig bedeutet, dass aus Woche 4 unsere Herzstücke bereits fertig sind und in ihrer vollen Pracht vor uns liegen. Valomea hat das wie immer fix letzten Dienstag gleich erledigt und zeigte uns nicht nur ein wunderbares Daumenkino, wie sich (Musik)Stück für (Musik)Stück die herrlichen Muster der Cathedral Windows entfalten, sondern fasste die Tücken gleich auch noch vollständig für uns zusammen. Dafür ein dickes Dankeschön! So bleibt mir auch nichts mehr hinzuzufügen - wie letzte Woche angedeutet hatte ich mit ähnlichen Dingen zu kämpfen und tüdelte mich ebenso durch die Bögen. Das sah bei mir so aus:

Gesteckt habe ich die kleinen bunten Quadrate erst einmal auf ihre Zielposition. Dort, wo die Ecken auf die der Basisstoffquadrate treffen, habe ich noch eine Nadel im 45°-Winkel hineingepiekt (mit einem Hammer wäre es einfacher gewesen), um die Ecke in der Ecke zu fixieren. Sozusagen. Denn...
...beim Umklappen der Bögen (also Basisstoff sanft davon überzeugen, sich bogenförmig über den bunten Stoff zu legen) wollten die kleinen bunten Quadrate lieber partiell abhauen - sieht man oben über dem Bogen ganz gut (rechts neben dem Nähmaschinenfüßchen am oberen Bildrand). Valomea hat die Bögen festgesteckt, ich hab sie festgehalten - mein Stoff wehrte sich gegen die Nadeln und bezichtigte mich des versuchten Voodoo... In dieser Position ließ sich die Flucht-Ecke oben dann mit dem Kopf einer Stecknadel von der Bogenmitte aus leicht nach oben streichen und davon überzeugen, dass ihr nichts Schlimmes passieren wird.
Schnell das Füßchen heruntergelassen und dann konnte der Bogen genäht werden. Einer nach dem anderen, sehr meditativ.

Aus ein bisschen Abstand heraus betrachtet habe ich dann das entstandene Werk wirken lassen und war: GLÜCKLICH! Ebenso wie Valomea entzückte mich trotz hervorstibitzender Stoffeckchen, die nicht zu vermeiden sind, das Endergebnis sehr und anhaltend. - Wollt ihr das Ergebnis von Woche 4 sehen? Da:


Eine massive kleine Kissenplatte in den Maßen 36 x 48 cm von der Dicke einer dünnen Fußmatte. Wie ihr seht, habe ich auch die halben Quadrate (also Dreiecke) am Außenrand noch "gefüllt". Gezählt habe ich nicht mehr, aber bei den Stoffschichten dürfte ich mittlerweile im zweistelligen Bereich angekommen sein. Die Maschine nähte brav mit - ich bin gespannt, wie sie sich anstellt, wenn jetzt mit dem Rahmen noch zwei bis vier Schichten hinzukommen...

Für den Rahmen stehen bei mir jetzt die Überlegungen an, wie ich diesen gestalten möchte, welche Stoffe ich verwende, ob und welche Farben vorkommen sollen und wie groß ich mein Kissen am Ende haben möchte. Dazu mache ich mir jetzt erst einmal Abendbrot und dann Gedanken - Valomea? Bist du schon dabei? Ebenso neugierig bin ich, ob Verena heute schon ihr Farbgeheimnis lüftet oder uns noch ein bisschen zappeln lässt...

Bis später. :)

Update: es ist "später". Wirklich weitergekommen bin ich noch nicht - denn Valomea und ich bewundern gerade sehr ausgiebig ein "Problem" - an dieses Fußmattenäquivalent soll nun ein Rahmen aus Stoff. Also aus EINER Lage Stoff. Was wird denn das, wenn es fertig ist? Oder wie Valomea es formulierte: "Wie soll sich denn das ANFÜHLEN?" Immerhin ging sie es mutig an und schnappte sich eine Fleecedecke, um sie in Stückchen zu zerlegen. Ich kaute noch etwas Käsebrot und erwog, ihr einfach ein bisschen dabei zuzuschauen - aber das wäre gemein und bringt ja auch nicht weiter. 

Stoffeschiebend näherte ich mich zumindest einer Teillösung. Die Kissenplatte da oben braucht in jedem Fall einen weißen Rahmen aus dem gleichen Stoff, den ich für die Grundquadrate verwendet habe, da bin ich mir sicher. Was danach kommt... sehen wir mal. Insofern habe ich zum schon stark dezimierten Bettlaken gegriffen, mir Streifen zurechtgeschnitten und gebügelt (Bügeln ist ein zentrales Thema bei diesem Kissen...). Aufgeklappt, festgesteckt und... ausgebremst. Durch einen gaaaanz dooooofen Anfängerfehler... - Aber erst einmal die Theorie und mein Ansatz zur Erhöhung der Stoffdicke des Rahmens:

Völlig nebensächlich, aber ein interessantes Detail: Valomeas Stecknadeldose ist deutlich aufgeräumter als meine. Was sagt mir das jetzt?

Erkennt man was? Naja, so leidlich... mein Plan: Stoffstreifen längs gefaltet und gebügelt, aufgeklappt und mit der Bügelkante überlappend auf die Kissenplatte gelegt. Die Theorie: Stoffstreifen an der Bügelkante entlang auf die Platte steppen, dann obere Hälfte wieder herunterklappen, Oberseite analog zu den Bögen absteppen. Ergebnis: Eine doppelte Stofflage. Das an allen vier Seiten - und dann kommt noch ein bisschen Farbe ins Spiel. Dazu kam ich allerdings nicht mehr, denn wie gesagt - ganz doofer Fehler. Völlig überflüssig. Weißes Nähgarn ist alle! Ich erinnere mich noch, wie ich beim Nähen des letzten Bogens erleichtert aufatmete, weil es so gerade noch gereicht hatte - leider ist mir das wieder entfallen. Morgen also Shopping.

Und jetzt schaue ich nochmal bei Valomea vorbei - ich habe vorhin auf jeden Fall schon tolle Stoffstreifen aus Stoffstreifen gesehen...

...und Verena bekennt tatsächlich schon mal ein bisschen Farbe. :)


Kommentare:

  1. Wahnsinn!!!! Soooo schön!!!! Kein Wunder, dass du glücklich bist!!!! :D

    Dein Abendbrot hast du dir redlich verdient, guten Appetit! :D

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  2. Das würde ich zu gern mal fühlen:
    "Die Dicke einer dünnen Fußmatte."
    Optisch macht das ja echt eine Menge her, trotz der vielen Muster fällt das Ganze nicht auseinender. Da hilft bestimmt die straffe Struktur mit den weißen Elementen und die gleiche Farbtonhöhe der Muster.
    Wie auch immer: Du hast das toll gemacht!!
    Applaus!
    (Schon vor dem letzten Akt.)

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  3. Schön Daisy - Du bist eine Künstlerin durch und durch..... :-) Das Stöffchen hätte auch das Zeugs zu einer extravaganten Tasche...

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  4. Oh, oh, oh!!!! Wie schööön!
    Jaja, ich nähe schon! Allerdings an einer seltsamen Stelle, ich werde gleich mal Zwischenstand berichten. Und: ja, das ist der richtige Ausdruck: "die Dicke einer dünnen Fußmatte" - was folgende Frage aufwirft: Bin ich nach diesem total glücklich machenden Bogennähen immer noch glücklich, wenn ein dünnes (dürres?) Einfachstoffgebilde als angrenzender Stoffstreifen angrenzt? Oder gefällt mir das eher nicht? Wie soll sich denn DAS anfühlen?

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    1. Diese Frage stelle ich mir auch - weshalb ich zwar Stoffe und Ideen wälze, aber statt meiner Fußmatte lieber noch eine mitteldicke Käsestulle bearbeite... :O

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    2. Ich bin jetzt in der Testphase, vielleicht ist das die Lösung...

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    3. Ich bin gespannt - einen Ansatz für mich habe ich auch gefunden. Die Umsetzung scheitert an meiner suboptimalen Vorratshaltung (was kaum zu glauben ist, wenn man sich das überquellende Nähgarnglas anschaut). Ich warte dann mal ab und trinke Tee...

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    4. Das wird gut werden, der Lakenstoff ist vermutlich ausreichend dick, so dass genügend "Stand" und "Griff" entsteht, vorausgesetzt morgen ist nicht überall das weiße Nähgarn aus, dann würde ich dir was schicken, ich habe so ungefähr 15 Rollen oder so...
      Interessante These, die mit der Nadeldose, du hast noch nicht das zweite Teil gesehen! Da liegt immer alles möglich drin rum, muss das vielleicht mal dokumentieren!
      Ich geh' noch mal an die Fußmatte.

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    5. Noch bin ich zuversichtlich, dass ich morgen ein Röllchen erstehen kann. Oder lieber gleich zwei oder drei. Ich hab in der Zwischenzeit die Adventsdeko ein wenig vorangetrieben - dein "Einwickelpapier" des Kopierrädchens darf auch mitspielen. :)

      Viel Erfolg bei der Fußmatte - nur nicht aus Wut als solche nutzen. Aber halte durch, bald haben wir es geschafft und können zum letzten Punkt der Nähordnung übergehen. :)

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  5. Wow, ich hab mich die letzten Tage immer wieder gefragt, wie das Endprodukt aussehen würde... TOLL!!! Klasse geworden, sieht super aus!
    Lieben Gruß von der
    Elli

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  6. Du kannst du sowas von stolz auf dich sein - ich weiß nicht ob ich die Geduld gehabt hätte :)
    Ein echt wunderschönes Ergebnis!

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  7. Das ist nun wirklich kein "Flickenwerk" mehr! So kniffelige Techniken machen mich neugierig. Besonders, wenn sie in so hübschen Stoffen umgesetzt sind!
    LG
    Natascha

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  8. oh ist das schön!!!!!!!!!!

    die bunten Kirchenfenster leuchten wie die echten :))

    LG Agnes

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  9. Oh, einfach wundervoll! Ich bin echt begeistert und finde, dass das Knopfglas wieder unberührt im Schrank verschwinden darf!

    Ich kann mir allerdings vorstellen, dass dein Kissen wirklich keinen Nebenbuhler dulden wird. Es ist einfach zu schön!

    Meinen heutigen Post findest du hier:

    http://allroundtalent.blogspot.de/2012/12/hor-auf-zu-denken.html

    Ganz liebe Grüße,
    Verena

    PS: das mit dem Garn könnte ich sein ;-)

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  10. Ich sag doch: das wird soooo schön!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  11. daisy, ich bin ein wenig enttäuscht. Ich war heute extra nochmal in dem "Traditionsgeschäft" und habe da eine (halbgefüllte) Rolle mit petrolfarbenen Knöpfen gekauft. Aber die brauchst du gar nicht. Gut, an weißes Garn habe ich nicht gedacht. Da ist der Vorrat schneller weg als man denkt. Erinnerst du dich noch an meinen und Arctos schwedischen Hamsterkauf... davon ist kaum noch was da. Und wenn ich kaum schreibe, meine ich kaum...!

    Ansonsten: Hammerteil (Weihnachten kann kommen - und du brauchst nichtmal in die Kirche)!

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  12. Wow, das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! Ist wirklich ganz toll geworden und ich bin auf das fertige Kissen schon ganz gespannt.
    Herzlichst
    Herzliebchen

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  13. Ich finde eure Nähergebnisse sehr schön!
    LG Tina

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  14. Ganz nebenbei freue ich mich, dass ich da einen Stoff erkenne, den ich mal in der Hand hatte, um ihn in einen Schwedenschnittchenschürzenjägerinnen-Beutel zu packen... ;)

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  15. Que lindo trabalho! Uma perfeição!
    Um abraço.

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  16. Der Entstehungsprozess sieht nicht wirklich nach Meditation aus, eher nach "Nadel und Schere an die Wand werfen". Aber das Ergebnis ist umwerfend!

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