Montag, 30. Juli 2012

Urlaubs-Countdown #1 - Kosmetiktasche Thea

Dank der gefühlten "Geling-Garantie" der eBooks von griselda/machwerk war das Nähen wie immer eine Freude - und das Ergebnis in Form der Kosmetiktaschenvariante von "Thea" ebenso...


Die Anleitung strotzt nur so von Taschenvarianten - Handtasche in groß, in klein, mit und ohne Klappe, Trennwand oder Reißverschlussinnentasche... - und eben auch als Kosmetiktasche. Das Annähen mit Paspel und Faltenlegung hat erstaunlich gut geklappt, lediglich beim Zusammenbasteln des Innenfutters aus beschichteter Baumwolle mit Trennwand musste ich kurz das Hirn einschalten (räumliches Vorstellungsvermögen ist hilfreich - Grüße an Grete!), ansonsten nähte sich das Teilchen von selbst. Beim nächsten Täschchen (das es definitiv geben wird) gibts die Klappenvariante, da der Reißverschluss doch ein bisschen "Öffnungsweite" frisst. Aber ich bin verliebt... (ja, wie immer, wenn eine Tasche fertig ist...).

Würde ich nicht immer noch auf mein Taschenzubehör warten, wäre die "große Thea" nun fällig - aber ich habe noch genug andere Dinge auf der (Urlaubsmitnahme-)Liste... in diesem Sinne - 

schönen Abend! :)

Donnerstag, 26. Juli 2012

Der Herbst ist da? Wie passend - ich habe einen Kürbis gebastelt!

So ganz mag man es ja nicht glauben - der Herbst ist da! So steht es jedenfalls auf dem Cover der burda style, Ausgabe 8/2012. Nun gut, man mag einwenden, dass man mit dem Nähen schon einmal anfangen könnte - das dauert ja immer ein bisschen... vertiefende Hinweise auf die nicht zu verleugnende Existenz der buntblättrigen Jahreszeit sprangen mir heute aber auch beim Einkaufen in den Weg - in einem dieser Riesen-Supermärkte (ja, mony, da wo es die Mausbackmischung gibt) stand tatsächlich neben den preisreduzierten Bademoden schon die Schuhmode für die kommende Saison. Wären es heute nicht 34°C gewesen und wäre ich nicht vor dem Einkaufen noch ins gar nicht mehr so kühle Wasser des Badesees gehüpft, wer weiß - vielleicht wäre ich in Versuchung gekommen, die schicken kniehohen Stiefel mal anzuprobieren...

So habe ich mich auf das beschränkt, was ich am Herbst unter anderem so liebe - die Kürbissaison. Und ich habe einen Kürbis produziert - schaut:


Ist er nicht herrlich? Knackig-orange, wohlgeformt und herrlich kürbissig anzusehen - ich kann es kaum erwarten, ihn morgen in Spalten zu schneiden, in einer Marinade zu wenden und für meine Kolleginnen beim Mittagskochen in den Backofen zu schieben... - halt, nein, nicht das weiße Jäckchen mit den langen Ärmeln holen! Doch, ich "koche" morgen für die Mädels, aber ich bin doch nicht des Wahnsinns und werfe bei den Außentemperaturen in unserem Bürocontainer auch noch den Backofen an... und - ganz ehrlich - ich bin zwar "vom Fach", aber Kürbis hab ich keinen angepflanzt. Wäre jetzt auch noch ein bisschen früh für eine Ernte. Das Teil da oben... nun ja.... was soll ich sagen... ihr erinnert euch an gestern?

Öööhm..... ich erwähnte doch, dass das Ding schrumpft... irgendwann fing es an zu knistern.... was daran lag, dass der Schrumpfungsprozess nicht von selbst stoppte... (und ja, es war ein Knoten im Ballon)... und - wie ich nebenbei beweisen konnte - man sollte den Tipp mit der Vaseline unbedingt beherzigen, denn so ein schrumpfender Ballon zieht die daran sehr hartnäckig festbappenden Spitzendeckchen mit sich in die Implosion... und... ach was, schaut es euch einfach an...


Schallendes Gelächter - ich habe mir das Gebilde amüsiert betrachtet, fand es doch ein bisschen schade, dass ich vorher kein Foto gemacht hatte (es gab ein Stadium, da sah das richtig gut aus) und stattdessen gleich angefangen hatte, die nur semi-verhärteten Spitzendeckchen vom Kürbis Ballon zu lösen. Wäre ich nicht so fasziniert gewesen, hätte ich vielleicht daran gedacht, einen neuen Ballon aufzupusten und in die Teilkugelform zu integrieren, damit das Dings vielleicht doch noch eine runde Sache wird. Zu spät - jetzt werden die Deckchen gewaschen und lagern schätzungsweise ein weiteres Jahr im Schrank bis zu einem erneuten Versuch. Ich habe nämlich grundsätzlich noch ein paar andere Dinge auf der Prioritätenliste weiter oben... und sage statt "ich habe einen Kürbis gebastelt" lieber noch ein paar Wochen lang "ich habe eine Wassermelone getragen"...

Herbstliche Sommerliche Grüße
daisy

Mittwoch, 25. Juli 2012

Kopf-UFO-Ansteckungsgefahr

Vielen lieben Dank für eure Kommentare und Anregungen zu meinem WIP(P) - ihr habt noch viel mehr Ideen zu seiner zukünftigen Gestaltung aufkommen lassen. Momentan schleife ich weiter daran herum, aber es dauert noch ein bisschen. Bei nun 30°C auf dem Südbalkon wird der Arm noch schneller lahm - und bei dem tollen Sommerwetter gibt es ja auch deutlich schönere Dinge, die man tun kann... in den nahegelegenen See hüpfen zum Beispiel. 

Oder aber man lässt sich von mony anstecken. Die gestern ihre geniale neonfarbene Fadenlampe präsentiert hat. Und einem dann auch noch gut zuredet, den Schweine(rei)hund wegzubeißen und das vor sich hindümpelnde eigene Kopf-UFO anzugehen, für das man mal in gefühlt grauer Vorzeit vom Material gefunden wurde. So habe ich dann gerade eben sehr spontan den Tapetenkleister angerührt und statt Schleifstaub Spitzendeckchen an mir kleben gehabt. Die jetzt hoffentlich am Ballon kleben bleiben und vor sich hintrocknen. Was sie auf besagtem Südbalkon unter der Markise hoffentlich schnell tun, bevor die Katze das Konstrukt und damit die Spielmöglichkeiten entdeckt...


Die lace lamp DIY Anleitung gabs hier, ich hab mich trotzig mutig aus Mangel an Vaseline daran gehalten und hoffe, dass das Ergebnis es ebenso tut und hinterher eine feine kleine und einigermaßen runde Lampenhülle ergibt. Wobei... ganz ehrlich... noch habe ich meine Zweifel - ob das halten kann? We'll see... und weil das Trocknen durch Anschauen auch nicht schneller geht, mache ich das, was man bei diesem Wetter am besten tun kann - in den nahegelegenen See hüpfen...

Habt einen tollen Sommertag!

Donnerstag, 19. Juli 2012

WIP(P) - und wovon träumst du nachts?

Tagsüber träume ich manchmal davon, dass ich eines fernen Tages in einem Schaukelstuhl unter einem selbstgenähten Kuschelquilt mit Izzy auf dem Schoß (ruhig - es ist MEIN Traum, darin wird Izzy mindestens so alt wie ich - und ebenso grau...) und ein paar Stricknadeln im silbernen Haarknoten strickend und nickend vor mich hinwippe. Hübsche Vorstellung...

Nachts träume ich andere Dinge. Manchmal. Manchmal klappts aber auch mit Schlafen nicht so recht - dann gibts ab und an auch gern noch einen nächtlichen Spaziergang durch die Dorfstraßen. So auch neulich. Ich pfiff gedanklich ein Liedchen (nur keinen Anwohner wecken), versuchte mich zu entspannen, bog um eine Straßenecke und - stand vor ihm. Oder er vor mir? Hätte er Augen, hätten wir uns wohl verständnisinnig angeschaut. So schaute nur ich - und trug ihn sanft nach Hause. Als hätte er geahnt, dass er ein paar Stunden später der Presse des Sperrmüll-Wagens zum Opfer gefallen wäre, verhielt er sich auch ganz ruhig und ließ sich unfallfrei die Treppe hinauftragen. Und da stand er nun vorläufig im Tüdelzimmer... und sah bei etwas mehr Licht so aus:



Ein etwas betagteres Modell mit hoher Rückenlehne und zwei Schichten von partiell abblätterndem Lack. Bezogen mit einem verblichenen karierten Stoff, dies auch an den Armlehnen. Die Optik täuscht jedoch darüber hinweg, dass der Schaukelstuhl supergemütlich ist und einwandfrei wippt. Das tat ich probehalber erst mal ein Stündchen. Und visualisierte. Ihr wisst schon - Kuschelquilt, Strickzeug, Katze... und atmete tief durch. Und beschloss, als erstes das etwas muffelige Kissen zu entfernen.



Oooha... so sah also der Bezugsstoff in der Originalfarbe mal aus... das leuchtend bunte ist die Unterseite. Dort, wo der Schaumstoff dranklebt und abbröselt. Feine Sache - mindestens ebenso lustig, wie die etwa 300 verrosteten Tackerklammern einzeln aus dem Holz zu lösen. Hat auch kaum gedauert. Aber ihr wisst ja - Quilt, Katze, Strickzeug...

Schon etwas weniger muffelig (also der Stuhl, nicht ich - ich war eher bröselig) begab ich mich zum liebsten Vermieter der Welt. Seitdem verbrate ich großzügig sein Schleifpapier mit der 40er-Körnung. Und sollte echt mal die Handschuhe benutzen, die er mir mitgegeben hat. Obwohl - nicht nur vom Stuhl geht damit der Lack ab - der von meinen Nägeln gleich mit. Und wenn ich mir die Finger eincreme, habe ich bestimmt auch wieder Samtpfötchen...



Aktueller Zwischenstand. Partiell sind die beiden Lackschichten ab, darunter kommt ein toller Schaukelstuhl aus, ich vermute mal, Buchenholz zum Vorschein. Nach je einer Stunde Herumgeschmirgel fällt mir allerdings der Arm ab. Der andere auch. Denn natürlich schmirgele ich beidhändig im Wechsel - die Anti-Winkfleisch-Wirkung will ich mir doch nicht entgehen lassen. Sofern ich mich also mit dem Stuhl nicht vor ein Fitness-Studio stelle und das als kostenloses Probetraining deklariere, dauert es noch ein paar Tage, bis ich das Stühlchen vollständig vom Lack befreit habe. Vielleicht denke ich beim nächsten Mal daran, mich vorher umzuziehen. Oder erst hinterher zu duschen (schön auch: wenn man anfängt zu schwitzen, klebt der Schleifstaub besonders gut...). Bis dahin kann ich weiter visualisieren... und von kuscheligen Quilts, tollen Kissen und gemütlichen Katzenkuscheleinheiten auf dem WIP(P) träumen...

Jemand eine Idee, in welcher Dekade das Stück gebaut worden sein könnte? Und Meinungen, ob ich das Teilchen hinterher wieder weiß lackieren soll oder vielleicht doch nur ölen/beizen/...? Buchenholz ist eigentlich farblich nicht so wirklich meins...

...ach ja - und da das ein langgehegter Traum ist, ist das auch ein Langzeit-WIP(P) - ihr werdet bestimmt lange nichts mehr davon hören... spätestens zu Weihnachten, wenn das mit dem Kuschelquilt bis dahin geklappt hat - Katze und Strickzeug hab ich schon... ;)

Dienstag, 17. Juli 2012

I'm never gonna stop the rain by complainin'

Bis das Azorenhoch es schafft, sich bis zu uns durchzukämpfen...


...und jetzt alle mal runter vom Sofa und mits(ch)wingen wie die Mädels im Hintergrund... na, fühlt ihr euch auch schon ganz (auf)gelöst? :)

Wenn es etwas länger dauert...

Also eigentlich nähe ich ja gerade Taschen. Mindestens zwei, eher drei. Eine Thea und ein bis zwei Ava. Eigentlich. Eine Ava habe ich bereits zugeschnitten, allerdings fehlt mir für jede meiner im Kopf schon prächtig und dreidimensional existierenden Tragebehältnisse noch Material. Dieses befindet sich zwar in der Bestellschleife, allerdings dauert es wohl noch, bis es eintrifft. Bis dahin mache ich etwas Entspannendes und stricke ein bisschen. So der Plan. Einen wunderhübschen Strang Merino/Seide hatte ich Mimy quasi vom Blog weggekauft und ihn seitdem liebevoll angeschaut... (mit der Erkenntnis: der Habenwill-Reflex hatte unter den Teppich gekehrt, dass man so einen Strang erst zu einem Knäuel formen muss, bevor man die Nadeln einsetzen kann). Also Aufwickeln... die Naturwissenschaftlerin in mir überschlug im Kopf kurz unter Zuhilfenahme von noch rudimentär vorhandenen Mathematikkenntnissen die Anzahl der Meter, die man mit einer Umdrehung schafft, wenn man die Um-einen-Marker-wickeln-Methode von Alpenrose einsetzt, die sicherlich toll funktioniert, aber bei einer Lauflänge von 700m/100g nicht gerade verlockend erscheint. Ich hab dann mal zu einem größeren Innendurchmesser gegriffen...


...und war dann auch keine Stunde später im Besitz eines handlichen Knäuels. Und strickte. Ein Muster für einen Schal. Siehe oben rechts. Bis zur ersten abhauenden Masche. Wieder aufgefangen, weitergestrickt, völlig verzählt. Dabei war es gar nicht so schwierig... vielleicht hätte ich nicht nebenbei darüber nachdenken sollen, ob die Wolle und das Muster füreinander bestimmt sind. Muster: toll! Wolle: super! Die Kombination: och... nee... nicht so wirklich... In diesem Moment hauten mir gleich zwei Maschen ins Nirvana ab (Freudsche Fehlleistung?) und ich ribbelte. Endgültig. 

Nächster Versuch - ein noch viel einfacheres Muster mit noch viel mehr rechten Maschen. Unten links. Erkennt man nicht, ich weiß. Mag daran liegen, dass ich da schon beim zweiten Anlauf für dieses Tuch gescheitert war. Masche verloren, Umschlag vergessen, beim Zurückstricken komplett den Faden verloren (im wahrsten Sinne)... Aktuell befinde ich mich bei Versuch Nummer 3, habe immerhin den 3. Mustersatz erfolgreich beendet und bin wolltechnisch wieder an der Stelle angelangt, wo ich bei Schal Nr. 1 aufgegeben hatte. Manchmal läufts wohl nicht so rund... oder so...

Bis das Taschenmaterial eintrifft, bin ich also bestens beschäftigt. Und wenn es bis Weihnachten dauert.


...und natürlich konnte ich mir nach der Wickelei und vorm Aufribbeln DAS Foto nicht verkneifen... ;)

Sonntag, 15. Juli 2012

Und sonst so?

Liebes Dankeschön an euch für eure Kommentare zum letzten Post! Überlegt hatte ich, ob ich für diesen Post die Kommentarfunktion ausschalte - geschrieben habe ich den Post, weil es mir ein Bedürfnis war, weil das so rauswollte, weil es mir wichtig war. Eure Rückmeldungen zeigen mir, dass es euch ähnlich geht, mancher schon vergleichbares erlebt hat, ihr ähnlich denkt. Danke euch! Schön, dass es in der virtuellen Welt so viele echte Menschen gibt und "da draußen" jede Menge Leben stattfindet - in all seinen Facetten. All diese Gedanken schwimmen immer mit, mal mehr, mal weniger bewusst.

Die Blogwelt hält immer wieder Überraschungen bereit - gern auch mal positive. Die (reale, die) Post nach sich ziehen... Judie ließ uns rätseln, wo sie ein paar Tage Kurzurlaub genossen hat. Es war nicht so einfach - ihre Fotos führten mich zunächst in die Irre und ließen mich auf die Seebrücke auf Rügen tippen, aber irgendwie war das Gebäude ein bisschen anders... da ich ein Brett vor dem Kopf hatte, kam ich bei den Aalen im Wasserbecken nicht auf die richtige Lösung (die Suche nach "Aal, Brunnen, Ostsee" half auch nicht weiter). Ein paar Tage später bekam ich eine Zeitschrift geschenkt, in der ich herumblätterte... vorbeiblätterte... stutzte... und wieder zurückblätterte... ha! Die Lösung! EM gucken mit Olli und Waldi war zwar schon vorbei, aber auf dem Mini-Bildchen war doch was, das ich von Judies Fotos kannte... auch wenn dort Heringsdorf angegeben war, verifizierte ich noch schnell den korrekten Standort... und schon hatte ich Post im Briefkasten. :)


Supersüße Mini-Täschchen! Und von wegen Weiterverschenken - von den Dingern kann ich nie genug haben (was nicht schwierig ist, denn ich komme so gar nicht dazu, sie zu nähen - dabei fallen mir jede Menge Nutzungsmöglichkeiten ein). Dickes Dankeschön für diese lustige Verlosung und die hübschen Täschchen. Das kleine runde darf nun Pflaster und Kopfschmerztablette mit sich und mit mir herumtragen (was gut ist, denn wenn die Dinger lose in der Tasche herumfliegen, sedimentiert doch mit der Zeit so einiges daran herum...), das große kuschelige (toller Stoff!) darf für den anstehenden Urlaub als Schmuckaufbewahrung antreten. Oder nehme ich es doch lieber, um Nadel, Faden und Schere dabeizuhaben? Ich kann mich noch nicht ganz entscheiden... :)

...und was lernen wir daraus? Auch Frauenzeitschriften haben ihre Daseinsberechtigung. :D


Donnerstag, 12. Juli 2012

Manchmal...

...werde ich gefragt "warum schreibst du ein Blog?" - Spontane Reaktion: Weil es Spaß macht. Weil es schön ist, die Dinge, die man mit seinen eigenen Händen gefertigt hat oder die man erlebt hat, zum Ausdruck zu bringen. In Worten oder in Bildern. Weil man Reaktionen bekommt nicht nur von den direkten Umgebenden, sondern auch von "Fremden". Die sich ebenfalls in dieser virtuellen Welt herumtreiben und zum größeren Teil ebenfalls bloggen. Aus ihren ureigenen Gründen. Die biologische Vielfalt dahinter ist unendlich groß. Manche beginnen ein Blog, weil sie neugierig sind, weil sie etwas geschaffen haben, weil sie es zeigen möchten, weil sie gespannt auf die Reaktionen sind. Manche möchten Hilfestellung. Manche neigen zur Selbstdarstellung. Manche sind vielleicht einsam und finden hier einen Weg, sich eine Kommunikationsplattform zu schaffen, andere auf virtuellem Wege zu treffen, die die gleichen Interessen teilen. Manche teilen ein Hobby und sind begeistert vom Austausch. Manche möchten ihre Werke vermarkten. Manche stoßen in der realen Welt auf Unverständnis und finden hier Gleichgesinnte und Zuspruch. Manche machen es nebenbei, zum Spaß, weil es eine Abwechslung ist und ihre Welt noch ein wenig bunter gestaltet. Manchen geht es um Statistiken und den großen Aufriss, manchen um die Feinheiten und die Perlen, die sich in den zahlreichen Begegnungen zufällig finden. Manche Blogs lesen sich aufgeregt, bunt, schrill, ständig in Aktion, ein Superlativ schlägt den nächsten. Manch anderer Blog liest sich vielleicht etwas nervös, unbeholfen, unsicher. Mancher ist mäkelig, unzufrieden, kritisch... die komplette Bandbreite ist vertreten. Mal liest man, mal liest man weg... 

Ebenso unterschiedlich sind die Reaktionen. Die Leser. Einige kennt man vielleicht persönlich, manche finden sich dazu, es gibt die "großen" Blogs, bei denen sich die Leserzahl im vierstelligen Bereich befindet, es gibt die "kleinen" Blogs, die vielleicht zwanzig, dreißig eingetragene Leser haben. Jeder einzelne ist völlig unterschiedlich. Und ebenso, wie der Blogger (geschlechtsneutrale Form - die meisten sind weiblich) individuell ist, sind es auch die Reaktionen der Leser (Klammerinhalt siehe oben). Und dann... kommt es auch in der virtuellen bunten fröhlichen Welt immer mal wieder vor, dass plötzlich an der Oberfläche gekratzt wird. Etwas geschieht, dass den Blogeintrag plötzlich tiefgründiger werden lässt. Das den Leser stocken lässt. Und die heile Welt der Kommentare aufrüttelt. Bei einigen Blogs liest man " ich bin tief enttäuscht, ich dachte, hier Freundschaften gefunden zu haben", bei anderen "ich danke euch, dass ihr bei mir seid". Erwartungen, Reaktionen, Enttäuschungen, Überraschungen, Bestätigung... - das macht nachdenklich. Was "erwarte" ich von meinen Lesern? Was möchte ich ihnen bieten? Präsentiere ich mich komplett (inklusive Familie, Freunden, Adresse und Hausschnecke) oder zeige ich nur einen Teil von mir, den "öffentlichen" Teil? Wie auch immer die persönliche Entscheidung aussieht, sie ist in jedem Fall individuell. Jeder hat sein Motiv, weshalb er (also meist sie) ein Blog beginnt, sich der "Öffentlichkeit" aussetzt, die doch in den meisten Fällen anonym ist. Aus dem sich freundschaftliche Beziehungen entwickeln können. Oder aber eben auch nicht. Hier sei noch ein Querverweis zu "Erwartungen" angebracht...

Weshalb so nachdenklich? Was ihr hier lesen könnt, ist "das daisy" - ein wichtiger Teil von mir, neugierig, aufgeregt, stoffverliebt, tüdeltantig, zappelig, mit einer unendlichen Liste an Ideen und Einfällen, die ausprobiert werden wollen, mit einem Handarbeitsgerät bewaffnet und liebend gern auch mit einem ironischen Spruch auf der Tastatur. Gern anderen mit eigenen Erfahrungen helfend und auch gern um Erfahrungen bittend. In jedem Fall ist "das daisy" authentisch und echt. Ich liebe den Austausch unter uns Bloggerinnen (sorry, Jungs, die ihr unterschwellig auch vertreten seid - ja, ihr seid auch gemeint, aber ich bin jetzt mal gender-generös). Die Hilfestellung, die Ermutigung, die Hilfsbereitschaft und die Freude, die wir teilen. Das alles gibt mir sehr, sehr viel und ist mir sehr wichtig. Manchmal denke ich an diesen Film - der amerikanische Quilt oder so ähnlich. Ich kann mich nur schemenhaft erinnern, aber die Vorstellung, wie völlig unterschiedliche Frauen an einem gemeinsamen Quilt nähen und sich dabei ihre Lebensgeschichte erzählen, ist für mich durchaus übertragbar auf diese virtuelle Blogwelt. Jedenfalls den Teil davon, den ich aktiv nutze. Wie gesagt - ein wichtiger Teil von mir ist dieses "daisy" - ich bin aber eine der Bloggerinnen, die euch auch nicht alle Seiten von mir zeigt. Mein Blog gehört dem "daisy". Und wer das Wesen dahinter genauer kennenlernen möchte, kann das durchaus - allerdings abseits der Öffentlichkeit. Da gibts dann auch nachdenklichere Seiten, ganz "weltliche" Probleme, Gedanken, ...

Manchmal reißt aber in dieser Bloglandschaft plötzlich etwas auf, das zumindest mich aufrüttelt. Nämlich dann, wenn in dem Alltagsgeschehen ein persönliches Ereignis auftaucht, das nicht mit einem "super, wie schön" kommentiert werden kann. Etwas, bei dem die spontane Reaktion nur "oh sch...." ist. Bei dem man daran erinnert wird, dass hinter all den bunten Seiten immer noch Menschen sitzen, die nicht immer fröhlich die Nähmaschine oder die Häkelnadel vor sich haben und ein tolles Werk nach dem anderen produzieren. Sondern eben auch ein ganz normales Leben führen, mit ganz normalen Gedanken, ganz normalen Beschäftigungen und ganz normalen Sorgen - denen auch mal ganz plötzlich ein bisschen der Boden unter den Füßen weggezogen werden kann. Und in diesen Momenten fühle ich mich zum einen hilflos (klangtechnisch die wegrutschende Nadel auf der Schallplatte), zum anderen daran erinnert, dass hinter dieser zweidimensionalen Fassade der Blogwelt immer noch Menschen sitzen. Die ganz dreidimensional und so gar nicht virtuell sind. Und in diesen Augenblicken vielleicht völlig unbekannt, aber dennoch nahegehend. Auch, wenn man gar nicht weiß, was man sagen soll.

Liebe Angela, ich wünsche dir alle Kraft und Mut in der nächsten Zeit. Viel Beistand, im virtuellen ebenso wie viel mehr noch im realen Leben. Pass auf dich auf und greife auf das zurück, was dir gut tut.

Liebe Grüße
Birgit

Dienstag, 10. Juli 2012

Fliegende (U)FOs

Auch wenn mein offizieller UFO-Monat vorbei ist, gibts weiterhin reichlich davon. Dieses hier ist zwar ein FO, kann aber fliegen... 

Frisbee aus Stoff - kurz vor der Vollendung
Eine Frisbee aus Stoff. Die Dinger aus Kunststoff habe ich früher total gern gehabt (damit konnte man auch prima im Sand graben oder Wasser transportieren oder...), allerdings mag ich das Plastikzeug nicht mehr. Und auf Verdacht immer so ein sperriges Ding mit mir herumzuschleppen... Bei sewbeedoo fand ich diese Anleitung für ein lustiges Kleinnähprojekt (eines meiner Linklisten-UFOs). Material: ein bisschen Stoff und ein Stück Bleiband - das wars schon. Also auf, bei euren Verwandten ein Stück aus den Gardinensäumen stibitzen! Statt Kreisschneider tat es bei mir ein großer Essteller. Anleitung folgen und ab damit in den Park zum Flugtest!


Die Enden des Bleibandes habe ich zunächst überlappen lassen und zwischen zwei Gliedern zusammengenäht. Dann habe ich die überzähligen Bleiglieder herausgefummelt und die extrem fransige Kordel noch zusammengeknotet und mit Garn gesichert. Das war zwar etwas fummelig, aber so habe ich an der Stelle kein doppeltes Bleiband.


Eignet sich prima zur Verwertung von bunten Stoffen, die man so nicht mehr einsetzen mag - links die Variante mit dem strapazierfähigeren dicken Baumwollstoff vom schwedischen Möbelhaus, rechts eine Frisbee, die mich an Picknick erinnert... Beschichteter Baumwollstoff wäre bestimmt auch eine gute Möglichkeit.


Und weil sie sich so herrlich klein zusammenfalten / knüllen / knuddeln lässt, kann man sie auch einfach so mit sich herumtragen und spontan in der Mittagspause Kolleginnen zur Leibesertüchtigung bewegen. Oder seine Kinder beschäftigen. Oder als Mitbringsel verschenken.

Viel Spaß beim Herumwerfen!

... und weil heute heute ist - fröhlichen creadienstag!

Freitag, 6. Juli 2012

Nächtlicher Aktivismus

Von außen betrachtet (also nehmen wir mal an, ich sehe mit den Augen des Herrn, der kleine selbstgenähte Nadelkissen mit diesem speziellen "a-ha" kommentiert, das so viel bedeutet wie ".....????" - beliebigen Ausdruck der Ratlosigkeit einsetzen) ist Patchwork eine seltsam anmutende Sache. Man nehme viele verschiedene Stoffe, schneide kleine Teile davon ab, nähe sie zusammen, bügle sie, schneide sie wieder auseinander, um sie wieder zusammenzunähen und hat dann am Ende... ein Stück Stoff. Das auch noch kleiner ist als das Ausgangsmaterial. Also rein flächenmäßig gesehen. Dafür verbrate man ein paar Stunden seiner Lebenszeit. Was kann das für einen Sinn machen?

Zum Glück betrachte ich das ja nicht von außen... sondern habe mich ein bisschen durchs Netz gewühlt (Bildersuche: Quilt). Meine Augen wurden größer, bei diesem hier starrte ich nur minutenlang auf die Fotos und staunte... (Agnes - wäre das nichts für deine Tochter? difficulty 6****** sollte doch kein Problem sein...). Aber ich will mich ja erst einmal langsam herantasten... noch ein Klick... noch ein Klick... noch ein - ha! Da war es, das "Willichsofortausprobieren". Es kam in Form eines Value Quilt Tutorial und beinhaltete so ermutigende Worte wie "buy more fabric". Das ist übrigens eine tolle Idee - ich habe die 64 unterschiedlichen Stoffe gerade so in meinem Fundus zusammenbekommen - da ist doch noch Luft nach oben...?

Und dann tat ich genau das, was bei manchen Herren den fremder-Planet-Blick hervorruft: Stöffchen herauskramen, Quadrate schneiden (dank Timeless' spontaner Lieferung von Linealstopperklebepunkten völlig unfallfrei - dankeschön!!) und zusammennähen.


Das Zwischenergebnis könnte man auch gut als bunting flags nehmen...


Stattdessen habe ich die Ecken auseinandergeschnitten, gebügelt und noch eine Runde Feinschnitt eingelegt.


Und dann... habe ich die Katze aus der Wohnung gebeten und mangels Designwand auf einem Bettlaken ein bisschen Stoffstück-Puzzelei betrieben. Legeversuch Nr. 1 (ohne Gackern).


...erkennt man, worauf ich abziele? Für den ersten spontanen Versuch bin ich schon ganz zufrieden - mit der linken Seite. Rechts könnte noch ein bisschen optimiert werden, da kommt es noch nicht so gut raus. Was meint ihr? - Zur groben Größenorientierung: die einzelnen Stoffquadrate haben (nach all dem Rumgerollschneide und Genähe) eine Kantenlänge von 11 cm (zu Beginn des Prozedere sind es 12,5 cm).

Und nein, zusammengenäht sind die Bahnen so noch nicht, ich lasse es erst einmal auf mich wirken... ist ja auch nicht so, dass ich nicht heute schon wieder Post gehabt hätte mit Nähobjekt-Nachschub... 




Spontan dabei auftauchende Fragen:

In der verlinkten Anleitung werden die Nähte auseinandergebügelt. Ich habe an anderen Stellen schon gelesen, dass sie zu einer Seite hin (und zwar zur dunkleren) gebügelt werden. Das kam mir vertrauenerweckender vor, insofern habe ich die Variante gewählt. Wie macht ihr das?

Habt ihr (besonders ihr Viel-Stoffstückchen-Schneider) schon einen ultimativen Rollschneider-Vergleich gemacht - und was kam dabei heraus? Die Preise bei den Klingen variieren teilweise deutlich - drückt sich das auch in der Haltbarkeit/Schärfe aus? Und nehmt ihr die glatte oder die mit den lustigen Wellen (und wenn ja, wofür?)


Dienstag, 3. Juli 2012

Liebäugeln mit Patchwork

Liebe Leiderprobte,

einige Begeisterungsanfälle, gefolgt von fliegenden Stoffbahnen und Perlchen und Wollwickeln habt ihr schon mit mir durchgestanden - dank eurem Ansporn und Zuspruch (und gern auch mal Trost und Beschwichtigung und Ermutigung) wachse ich mit jeder Naht und jeder Masche ein bisschen weiter und bekomme Erfahrung dazu. Bei der UFO-Verlosung hatte ich zum ersten Mal vorsichtigen Kontakt mit so etwas ähnlichem wie Patchwork (wobei - so ganz stimmt das nicht - Timeless' Tasche gabs davor, da haben wir auch Stoffstückchen aneinandergenäht...). Und als Tausch-UFOs haben gleich zwei von euch mir einen New York Beauty vorgeschlagen. Oh ja, wunderschön... aber davon bin ich noch meilenweit entfernt.

Dennoch - beim Wühlen in den Stoffstückchen für die Nadelkissen wurde ich schon etwas zappelig, beim Blick in den Stoffschrank erwischte ich mich ebenso wie beim Spaziergang durch die virtuelle Welt, dass das Anfertigen eines Bettüberwurfs aus unzähligen Stofffitzeln sich auf der Kopf-Habenwill-Liste festsetzte. Insofern - mein Ziel für "den Rest des Jahres": Weihnachten möchte ich unter meiner eigenen Patchworkdecke verbringen! Oder ist es dann ein Quilt? Hilfe... ihr seht, ich bin blutiger Anfänger. Jemand da, der mir im nächsten halben Jahr fröhlich Hilfestellung geben möchte bei Fragen wie "ich habe mir sämtliche Nadeln auf einmal in den Finger gepiekt - ist das schick oder ungesund?" oder "ich habe beim Nähen die Orientierung verloren - wo ist Norden?"? Hey, nicht alle weglaufen...

Montag, 2. Juli 2012

UFO-Verlosungs-Finale: Achtung, fliegende Nadelkissen!

Ein fröhliches "Moin" ins Bloggerland!

Habt ihr auch alle gut geschlafen und seid gut in die neue Woche gekommen? Das war es nun - der Juni ist rum, die EM auch... und was machen wir nun?

Erst einmal ein ganz dickes Dankeschön für eure Begleitung durch MPUMJ - es hat mir viel Spaß gemacht, begleitet durch eure Anfeuerungsrufe ein paar der "Altlasten" aufzuarbeiten. Sobald das Kind einen Namen bekommt, geht es viel leichter - so ein UFO-Monat ist also durchaus hilfreich. Ich vermute, dass hier  ähnliche psychologische Effekte wirken wie bei den %-Zeichen in Handarbeitsläden oder verkaufsoffenen Sonntagen oder so... ;)

Lieben Dank für eure Kommentare zur UFO-Verlosung! Es war herrlich zu lesen, dass wir nicht alleine unterwegs sind, jeder mindestens zwei bis zehn Dinge angefangen irgendwo herumfliegen hat und das Vorhandensein von Kopf-UFOs kein Grund zur Besorgnis ist. Zusätzlich zu den UFOs, die ihr mir an den Kopf geworfen habt, habe ich auf euren (mir teilweise noch unbekannten) Blogs auch weitere Ideen gefunden, die den aujawillichauch-Funken haben überspringen lassen. Schön, dass auch neue Leser(inn)en in mein Dasein gefunden haben und dieses bereichern. 

So, weil ihr aber bestimmt schon ungeduldig herumzappelt: UFO-Verlosungs-Finale!

Zunächst einmal: Wie viele Nadelkissen es am Ende der Verlosung sein würden, war ja noch offen. Diese hier habe ich geschafft:


Acht Stück sind es geworden, die ich in die Runde werfe. Am liebsten hätte ich ja weitergemacht, damit jeder eins bekommt. Allerdings wäre der UFO-Monat dann sehr verwaist gewesen - was ja auch irgendwie kontraproduktiv gewesen wäre.

Als nächstes stand ich vor der Wahl der Waffen bzw. der Auslosungsmethode. Meine liebreizende Assistentin, die ich dafür angedacht hatte, kommentierte den Ruf "Izzy - Verlosung! Magst du mir helfen?"wie folgt:

.....? Schon Fütterungszeit?
Ich habe Wichtigeres zu tun, siehst du das nicht?
Viel Wichtigeres!
Kann mir mal jemand verraten, wie man so schlafen kann? - Naja, wie Verlosungen mit Izzys Beteiligung aussehen können, hatte ich für euch ja schon einmal per Video dokumentiert - vielleicht doch zielführender, die gute alte Zettel-in-den-Lostopf-Methode zu wählen.

An dieser Stelle: Liebstes Schwesterchen, ich habe mich sehr gefreut, dass du mir sogar eine Postkarte geschickt hast, um an dieser Verlosung teilzunehmen. Deine Kulleraugen konnte ich bis hierher sehen. Und auch deine Bestechungsversuche waren sehr einfalls-, aber nicht erfolgreich. Denn - so lieb ich dich auch habe - die Regeln besagten, dass eingetragene Leser teilnehmen dürfen. Dass wir mal den gleichen Nachnamen geteilt haben, zählt nicht. Aber ja, natürlich nähe ich dir auch ein eigenes Nadelkissen - das "Bestechungs-Tausch-Rezept" möchte ich nämlich zu gerne haben...)
Acht Zettelchen durften wieder raus und sich entfalten...


Kann man es lesen? Nicht, oder? Also nochmal und ganz offiziell: 

Die Ausgelosten der UFO-Kissenschlacht sind:


Judy, Agnes (ALi), Trudi, Elli, Timeless, Martina, Petra und Silke.

Herzlichen Glückwunsch, Mädels!

So, und während ihr mir jetzt bitte unter der rechts in der Sidebar angegebenen Mailadresse eure Postadresse mitteilt, damit ich die kleinen Wurfgeschosse auch bald abfeuern kann, stöbere ich wieder einmal vergnügt durch eure UFOs, die ihr mir geschenkt habt. Womit fange ich bloß an - einer Patchworkdecke, einem NYB, vielleicht doch mit der gestrickten Fledermaus - oder tüdel ich mir zuerst ein Reihenzähler-Armband...? - Herrlich - lauter Kopf-UFOs. :)

...und was sagt die Dame des Hauses zu all dem Spektakel?

Na bitte - geht doch auch ohne mich. Das Personal von heute...