Dienstag, 24. Juni 2014

Auf die Nuss! Äh... Steinfrucht! - Oh, doch Nuss? Egal: Likör aus grünen Walnüssen

Natur(wissenschaftlerin)gemäß juckt es mir in den Fingern, erst einmal zu erklären, dass die Walnuss an sich im botanischen Sinne gar keine Nuss ist, sondern eine Steinfrucht*. Woran man das erkennt. Und wieso und überhaupt. Da das aber vermutlich niemanden im Detail interessiert und dieses Wissen für den weiteren Verlauf nicht notwendig ist (und wir auch gar keine Zeit dafür haben) spare ich mir das und verweise darauf, dass heute der 24. Juni ist. Und damit - so sagt man - der letzte Tag, an dem grüne Walnüsse geerntet werden sollen/können/dürfen. Das mag so ähnlich sein wie bei Spargel und Rhabarber (wobei hier unterschiedliche Gründe vorliegen... aber lassen wir das). Es gibt besonders aufgrund des frühen guten Wetters dieses Jahr auch einen ganz pragmatischen Grund: die Steinfrüchte bilden jetzt ganz bald ihre harten Schalen aus. Die wollen wir aber nicht. Jedenfalls nicht hierfür:

Walnusslikör mit grünen Walnüssen und Rotwein

Rezepte gibt es im Netz reichlich - ich mache es so:

Man suche sich einen geeigneten Walnussbaum und ernte die grünen Früchte. Vorzugsweise nicht, indem man erst einmal einen kompletten Ast absägt...


 ...dieser hier begab sich allerdings der Schwerkraft folgend plötzlich und unerwartet zu Boden, so dass wir ihn erst einmal zerlegen durften. Konventionell ( = durch Pflücken ohne Kollateralschaden) geerntete grüne Früchte werden heiß abgewaschen und bereitgestellt. 


Unbedingt Handschuhe anziehen (falls ihr nicht tagelang seltsame Blicke und Fragen bekommen wollt) und die Walnüsse in Scheiben schneiden. Hier sieht man dann auch gut, dass sich die harte Schale noch nicht ausgebildet hat.


Walnuss-Scheiben in vorzugsweise frisch heiß gespülte Gläser verteilen. Ich habe hier für fünf 1-Liter-Gläser (genauer: 1082 ml-Gläser - wer kommt denn auf so eine Einheit?) je Glas 12 Walnüsse zerlegt (insgesamt also 60).


Jede Portion Walnüsse mit einem großzügigen Schubs Zucker versehen (bei mir ca. 170-180 g pro Glas) und ebenso großzügig erst einmal einen Schluck Korn, Grappa oder sonstigen geschmacksneutralen Alkohol mit etwa 40% darüber verteilen. Ich habe eine 0,7 Liter-Flasche Doppelkorn gleichmäßig auf die 5 Gläser verteilt. Auch wenn das jetzt aussieht wie ein leckerer Cocktail...


...ist vom Verzehr in diesem Stadium eher abzuraten, ich glaube nicht, dass das schmeckt. Stattdessen Gläser mit Rotwein eurer Wahl auffüllen (bei mir insgesamt 3 Liter minus 1 Glas), verschließen und - fertig.


Das darf jetzt für mindestens 6 Wochen erst einmal vor sich hin ziehen. Der Zucker ist nach ein paar Tagen vollständig gelöst, täglich sanft Durchschütteln soll helfen und auch gut sein. Danach (oder wann auch immer einem die Gläser im Herbst/Winter wieder in die Finger fallen, falls man sie zu weit wegräumt) abfiltern und - lecker!

Falls ihr jetzt schon an Weihnachten denken wollt (kleine Geschenke aus Küche und Garten) und einen Walnussbaum in greifbarer Nähe habt - ab mit euch in den Garten! Morgen ist es zu spät.... ;)

*Update: wie lange mein Studium her ist, könnt ihr daraus schlussfolgern, dass es seit 2006 erwiesen ist: die Walnuss ist doch eine Nuss! Siehe hier. Und ich gehe jetzt verwirrt in den Garten und entschuldige mich bei allen drei Walnussbäumen...

Freitag, 20. Juni 2014

Mist, ich hab nichts anzunähen!

So oder so ähnlich ging es mir jeden zweiten Dienstag Abend. Nämlich immer dann, wenn Mittwoch Quiltkränzchen ist und ich mir die Frage stelle, was ich denn dann wohl mit der Hand zu nähen gedenke. Hauptsächlich nähe ich bisher mit der Maschine, das gilt auch fürs Patchwork und anschließende Quilten. Wenn man aber als Quasselquilter auch beim Quilten quasseln will, sind 10-12 Nähmaschinen kontraproduktiv. Also wird mit der Hand genäht. Relatives Neuland für mich. Lediglich das Binding nähe ich sonst immer, ausschließlich und sogar sehr gerne abschließend mit der Hand fest. Nur - dafür muss man erst einmal etwas haben, an das man was annähen kann...

Das führte an einem Dienstag dazu, dass ich mal eben schnell noch eine Tischdecke zusammengetackert, geschichtet und gequiltet habe - so schnell konnten die Stöffchen aus dem Charm Pack gar nicht schauen, wie sie mit der Maschine bearbeitet wurden. Blieb noch Binding annähen - und schon war ein Quiltkränzchen-Treffen gerettet... ;)


Zugegeben - nicht die originellste Variante, Quadrate zu verarbeiten. Allerdings können diese wunderschönen Stoffe ("Good Fortune", bei Grete eingekauft - und hey, die lagen nur 1 1/2 Jahre hier herum!) die Einfachheit durchaus vertragen, finde ich - sie sind so einfach schön anzuschauen.

Zeitbedingt habe ich beim Quilten auch nur die Variante "wildes einigermaßen-gerade-Linien-kreuz-und-quer-verteilen" gewählt. Hat fast geklappt...


Das mit dem "wild" muss ich noch üben, die sind teilweise doch ein wenig gleichmäßig geraten. Die mittlere Lage bildet ein Biber-Betttuch, damit es nicht so voluminös wird, mit dem Rückseitenstoff habe ich mir (mal wieder) selbst ein Bein gestellt. Nach dem Cathedral-Windows-Kissen hatte ich mir doch eigentlich geschworen, nie wieder die gute Aussteuer-Bettwäsche zu verwenden. Hatte ich kurzfristig vergessen... so sieht es jetzt von hinten so aus:

extra ein wenig bearbeitet, damit man das eingewebte Muster sieht
Was daran schlimm ist? Nichts - bis auf die Tatsache, dass die Dinger so dicht gewebt sind, dass man sich beim Binding annähen fast die Finger verrenkt, die Nadel will nämlich so gar nicht leicht hineingleiten. Zusammen mit Schwitzehändchen kommt man da schon mal ins Fluchen... ganz leise natürlich nur...

Dennoch - mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden, denn nach der längeren Ablagerungszeit des Stoffpäckchens lag dann doch sehr fix meine neue Tischdecke auf meinem Lieblingstisch. :)


Mittlerweile bin ich den Hexagons verfallen, das kann man ja gerne und stunden- und abendelang machen. Ein "Dings" ist schon fertig, das nächst in Arbeit. Dementsprechend bin ich jetzt an Dienstagen wieder relativ entspannt. Und kann zu Hause mit der Maschine andere Dingse anfertigen. Wenn ich hiermit irgendwann mal fertig bin...


...wird das Teil mit der Hand gequiltet, jawohl! - Fragt mich dann in 2-5 Jahren mal, ob ich fertiggeworden bin... ;)


Habt ein schönes Wochenende! :)